Ist das das Paradies oder doch nur Peru?

Hallo liebe Leser. Vielen Dank für euer Interesse an, und eure Kommentare zu meinem Blog! Ich grüße euch aus Pucallpa!

Donnerstag, 26. August 2010

Straßenblockade, ein verrückter Hahn und Fotogalerie

Nun bin ich schon seit fast zwei Wochen in Pucallpa. Es gab bis jetzt noch keinen Tag, der die 30 Grad Marke nicht überschritten hat. Man hat mir gesagt, dass das Klima momentan aber noch ganz angenehm ist, da wir uns am Ende der Trockenzeit befinden. Wenn im Oktober die Regenzeit anfängt, die dann bis April andauern wird, steigt die Luftfeuchtigkeit deutlich an und macht die Hitze noch drückender. Ich gewöhne mich allerdings jeden Tag mehr an dieses Klima. Glücklicherweise kühlt es nachts etwas ab, sodass man ohne Decke und ohne Oberteil ganz gut schlafen kann. Leider wohnt direkt neben meinem Zimmer auf dem Nachbargrundstück ein Hahn, der etwa gegen 3 Uhr morgens wie verrückt und unglaublich laut anfängt zu krähen. Aufwachen gibt es immer gratis dazu und ich überlege mir jeden Tag, wie ich diesen Hahn irgendwie ignorieren kann. Heute hat sich sein Lärm schon halb in meine Träume eingefügt. Hoffentlich werde ich ihn irgendwann gar nicht mehr hören.

Nach knapp zwei Wochen Arbeit bei AIDER muss ich sagen, dass ich leider bis jetzt nicht sehr viel zu tun hatte. Ich habe mir, wie schon berichtet, zwei Projekte angeschaut. Dabei ist es bis jetzt aber leider auch erst geblieben. Es gibt aber einen Lichtblick. Ich habe vorgeschlagen, dass ich für AIDER eine Fotogalerie von allen Projekten in und um Pucallpa erstelle. Diese Galerie könnte dann im Idealfall für alle möglichen Berichte und Veröffentlichungen genutzt werden. Ich habe bereits gestern angefangen auf dem Centro de Acopio Fotos zu schießen. Nun werde ich mir noch überlegen, wie diese Galerie dann genau aussehen wird. Meine Mitarbeiter haben sich schon mit Interesse die Fotos angeschaut und ich glaube, dass ich damit erstmal eine gute und sinnvolle Aufgabe gefunden habe. Darüberhinaus habe ich gestern mit Manuel und einer Mitarbeiterin zusammen meine nächsten Wochen geplant. Ich werde nächste Woche für etwa 10 Tage in eine Comunidad fahren. Eine Comunidad ist eine Indigenengemeinde, die abseits von der Infrstruktur Pucallpa´s im umliegenden Regenwald liegt. Es gibt um Pucallpa und in der ganzen Region Ucayali mehrere Comunidades des Shipibo Stammes. AIDER arbeitet mit 5 solcher Comunidades zusammen. Diese 5 Comunidades wurden im Jahr 2005 FSC (Forest Stewardship Council) zertifiziert und produzieren somit zertifiziertes Tropenholz. Außerdem werde ich Mitte September bei der Honigernte in einem Bienenprojekt mithelfen. Dann steht am 22.09. die Einweihung des Centro de Acopio an, wo ich auch einige Aufgaben übernehmen kann.

Ich bin momentan sehr guter Dinge. Ich habe das Gefühl, dass ich mich mittlerweile gut bei AIDER intergriert habe. Die nächsten Tage und Wochen werden sicherlich interessanter als die letzten.

Nun steht am Wochenende auch meine Dreitagestour nach Tingo Maria auf dem Programm- zumindest stand sie das bis vor Kurzem. Leider spielen die Cocabauern bei meinen Plänen nicht mit. Mitlerweile ist die Hauptstraße nach Lima seit fast einer Woche blockiert. Die Cocabauern demonstrieren auf diese Art und Weise gegen die Vorgehensweise der peruanischen Regierung und der DEA (Drug Enforcement Agency, USA), die mit teilweise sehr drastischen Mitteln großflächig die Cocafelder der Bauern vergiften und zerstören. Für mich bedeutet das, dass kein Bus von Pucallpa nach Tingo Maria fährt. Ich werde aus diesem Grund voraussichtlich das Wochenende doch in Pucallpa verbringen, wenn die Blockade nicht kurzfristig doch noch aufgehoben wird. Es ist zwar schade, weil ich mich wirklich auf diesen Trip gefreut habe. Allerdings geht hier meine persönliche Sicherheit vor und ich bin schließlich ein Jahr hier in Pucallpa und es gibt noch viele Wochenenden um Tingo Maria zu besuchen.

Ich freue mich nun auf meinen Ausflug in die Comunidad und hoffe, dass ich Einiges über die FSC Zertifizierung und die Holzwirtschaft lernen werde, um dieses neue Wissen dann bei meiner Arbeit auch anwenden zu können.

1 Kommentar:

  1. Unbedingt, Sicherheit geht vor. Du kannst ja das Wochenende für deine Fotogalerie nutzen. Wichtig ist natürlich, dass auch du hin und wieder auf einem Bild zu sehen bist - also denk daran! Jetzt ist es sogar öffentlich!

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