Mittlerweile habe ich meine erste Arbeitswoche in Pucallpa hinter mir. Ich arbeite bei der Nicht- Regierungsorganisation AIDER (Asociación para la Investigación y el Desarrollo Integral). AIDER hat neben dem Standpunkt hier in Pucallpa auch Sitze in Lima, Puerto Maldonado, Piura und Tumbes. Somit ist AIDER eine recht große Organisation. Alleine in Pucallpa arbeiten etwa 35 Menschen.
AIDER arbeitet hauptsächlich im Bereich Waldschutz. Es gibt viele Projekte im Amazonastiefland, aber auch im Norden Perus in den Küstenwäldern rund um Piura. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Wiederaufforstungsprojekte und um Ökozertifizierungen. Die meisten Projekte werden in Zusammenarbeit mit indigenen Bevölkerungsgruppen realisiert.
Da der Chef Pio momentan in Lima ist, habe ich in meiner ersten Woche bei AIDER noch keine wirkliche Aufgabe bekommen. Dementsprechend war ich viel auf eigene Faust im Internet unterwegs. Allerdings habe ich bereits damit gerechnet, dass es erst eine Weile dauert, bis ich mich in die Organisation intergrieren kann und bin somit noch guter Dinge, dass ich nach einer Eingewöhnungsphase ein sehr interessantes Jahr bei AIDER verbringen werde.
Ich habe in dieser Woche aber nicht nur vor meinem Laptop gesessen, sondern bereits zwei sehr interessante Projekte von AIDER kennengelernt. Bei dem ersten Projekt handel es sich um das Centro de Acopio de Maderas Certificadas. Dabei handelt es sich um eine im Bau befindliche Lagerstätte für zertifizierte Tropenhölzer. Hier sollen in Zukunft Hölzer aus den indigenen Gemeinden rund um Pucallpa gelagert, verarbeitet und vor allem fair gehandelt werden. Die Baustelle ist wirklich sehr interessant. Ich habe mit Manuel (der Entwicklungshelfer des DED) die wirklich desolat gemauerte Treppe für die Befliesung vorbereitet und angefangen, den Holzboden im Bürogebäude zu verlegen. Ich habe dort auch die Möglichkeit und den Platz, mein geplantes Regal zu bauen.
schädliche Gase werden in die Brennkammer geleitet und verbrannt, so wird nur CO2 und H2O freigesetzt
Bei dem zweiten Projekt handelt es sich um ein Wiederauffostungsprojekt in der Nähe von Campo Verde, einer kleinen Stadt am Kilometer 37 an der Hauptstraße nach Lima. Es handelt sich dabei um ein über 1000 Hektar großes Gelände, das von Aider in Zusammenarbeit mit zwei großen Unternehmen aufgeforstet wird. Früher war das ganze Gelände mit Urwald bedeckt. Unverantwortliche Brandrohdung, einseite Landwirtschaft, Viehzucht und Bodenerosion haben das Land komplett zerstört. Als man hier vor wenigen Jahren begonnen hat, die ersten Pflanzen zu setzen, muss das Gelände furchtbar ausgesehen haben. Heute sind weite Teile wieder mit Pflanzen bedeckt. Sie sollen in 10 Jahren bereits forstwirtschaftlich genutzt werden können und somit eine Alternative zu Hölzern aus den primären Tropenwäldern darstellen. Das Interessante und Besondere an diesem Projekt ist, dass man bis heute davon ausgegangen ist, dass man solche Gelände nicht mehr wirtschaftlich nutzen kann. Im gesamten Amazonasbecken gibt es riesige solcher ungenutzter Flächen. AIDER und die zwei Partnerunternehen sind auf dem Weg der Welt zu zeigen, dass man solche Flächen doch nutzen kann.
Hallo Alessandro,
AntwortenLöschenNeugierig aber auch mit viel Interesse habe ich Deine Schilderungen der bisherigen Eindrücke und Erlebnisse in Peru gelesen. Ich warte schon gespannt auf Deine nächsten Berichte. Leider war es mir nicht vergönnt Sprache, Sitten und Gebräuche, Kultur, Lebensart usw. in außereuropäischen Ländern kennen zu lernen. Ich gönne Dir Deine dort noch zu machenden Erlebnisse und Erfahrungen, auf die Du Dich später in dem einen oder anderen Fall bestimmt beziehen kannst, sehr.
Leider gibt es von hier nichts Besonderes zu berichten. Alles läuft seinen gewohnten Gang. O.C. fährt z.Z. in Thüringen Rad. T.P. und L. bereiten ihre Umzüge vor. M. war für 2 Wochen in Italien. Jetzt ist sie eine Woche in Paris. Ich selbst habe eine Woche gesegelt. Es war eine nicht so schöne Tour. Das Boot, kleiner als unser altes, war beengt und auch schlecht zu segeln. Zum Ausgleich dafür haben mir die anschließenden Ausbildungsfahrten auf schnellen Motorbooten mehr Spaß gebracht.
Nun sitze ich hier zu Haus allein mit Maxi und warte auf die Rückkehr von O.
Was hältst Du davon, wenn wir uns einmal über eine Webcam unterhalten? Ich weiß zwar noch nicht wie das abläuft, aber mein Netbook ist dafür eingerichtet
Bis dahin wünsche ich Dir alles Gute,
Dein O.W..
Jetzt ist bald die zweite Woche in Pucallpa rum und wir warten gespannt auf
AntwortenLöschendeinen nächsten Bericht. Wie wir dein Aufgabengebiet in den nächsten Monaten aussehen?