vor 14 Jahren
Montag, 30. August 2010
Pucallpa Impressionen
Sonntag, 29. August 2010
Fußballmannschaft gefunden
Nachdem ich bereits zweimal erfolglos dem Sportverwaltungszentrum der Region Ucayali einen Besuch abgestattet habe, war ich gestern endlich erfolgreich. Ich bin extra früh aufgestanden, um pünktlich um 8 Uhr im Stadion von Pucallpa zu sein. Nachdem ich dort noch eine Weile gewartet hatte, kam Humbert, ein etwa 50 jähriger Mann, und führte mich zu Jonny, dem Trainer einer Mannschaft, die gerade ein Spiel hatten. Humbert stellte uns vor und fragte Jonny, ob es die Möglichkeit gäbe, dass ich in irgendwo mittrainieren könnte. Jonny sagte, es sein kein Problem, dass ich bei seiner Mannschaft mitspiele. Ich soll nun am Dienstag mit vier Passfotos und meinem Ausweis ins Sportbüro kommen, um meinen Spielerpass auszustellen. Er erzählte mir außerdem, dass 3 mal die Woche, jeweils Montags, Mittwochs und Freitags, von 19.00 bis 21.00 Uhr trainiert wird. Als seine Mannschaft dann Halbzeit hatte ging er mit mir in die Kabine und stellte mich den Spielern vor. Das war wirklich ein sehr besonderes Erlebnis. Alle schienen sich riesig zu freuen, dass "so ein großer Gringo" wie ich von nun an mit ihnen zusammen trainieren soll. Jonny hielt spontan einen kurzen Vortrag darüber, dass ich die erste internationale Kooperation des Vereins sei, und dass man so einen (großen) Spieler wie mich genau brauche. Die Jungs klatschten ausgelassen Applaus und dann kam jeder einzelne auf mich zu, um mir persönlich die Hand zu schütteln. Diese Offenheit hat mich sehr bewegt. Ich habe mich selten so offenherzig bei fremden Menschen willkommen gefühlt. Nun bin ich sehr auf das erste Training, gespannt doch ich hoffe, dass die Erwartungen an mich nicht zu groß sind. Ich habe zwar das Spiel der Jungs gesehen, doch ich kann ihr Niveau noch nicht genau einschätzen und hoffe nun einfach, dass ich mit ihnen mithalten kann. In jedem Fall bin ich mir sicher, dass ich viel Spaß beim Training und hoffentlich auch bei Spielen am Wochenende im offiziellen Stadion von Pucallpa mit Kunstrasen und 15.000 Sotzplätzen haben werde.
Heute mache ich einen Ausruh-Tag. Das Klima macht mich sehr früh müde. Ich habe jeden Abend bereits ab 22 Uhr Mühe, meine Augan aufzuhalten. Dazu kommt noch, dass man eigentlich nicht länger als bis 9 Uhr schlafen kann, weil es dann einfach zu heiß wird. So habe ich heute sehr viel im Internet rumgedaddelt. Ich werde aber in etwa einer Stunde zu Manuel nach Hause fahren. Er hat mich gefragt, ob ich seinen beiden dreijährigen Kindern einen altersentsprechenden Musikalunterricht erteilen kann. Ich habe ihm gesagt, dass ich es mal versuchen werde. Ich habe noch keine Idee, wie man so kleinen Kindern Musik beibringen und vermitteln kann. Deswegen bin ich gespannt auf dieses Experiment. Wenn es gut klappt, dann hätte ich für freie Sonntagnachmittage einen kleinen Job. Heute Abend bleibe ich dann zu Hause und werde in meiner neuen Hängematte gemütlich einen Film unter freiem Himmel gucken.
Morgen ist ein Feiertag. Ich habe bereits mit Liza und Wienke, eine Deutsche, die bis Dezember hier in Pucallpa bleiben wird und genau wie Liza bei der GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) arbeitet, angedacht, zur Yarinacocha zu fahren. Die Yarinacoacha ist ein sehr schöner Altwassersee. Ein Altwassersee ist ein ehemaliger Flußabschnitt. Der Fluss, in diesem Fall der Rio Ucayali, hat sich ein neues Flussbett gesucht und somit die Yarinacocha zurückgelassen. Es gibt dort Süßwasserdelfine zu sehen und man kann am "Strand" lecker essen und einfach die Athmosphäre genießen.
Ansonsten warte ich momentan auf einen genauen Abfahrtstermin für meinen Trip in die Comunidad. Es wird nach momentanem Stand vorraussichtlich am Donnerstag oder am Freitag soweit sein. Vorher werde ich dann mit Julie, die auch mitfährt, eine Einkaufstour durch Pucallpa machen. Man muss vor einer Reise in die Comunidades an sehr viele Sachen denken, weil man dort keine Möglichkeit mehr hat, Besorgungen zu machen.
Ansonsten gibt es von mir nicht viel Neues zu berichten. Ich freue mich, bald endlich die anderen vier Freiwilligen kennenzulernen. Dann wird sich auch die Wohnungsfrage, wer mit wem wo wohnt, hoffentlich klären. Ich versuche bald mal mit meiner Kamera ein paar Fotos von Pucallpa zu schießen und sie dann auf diesen Blog zu laden. Bis jetzt habe ich noch nicht so viele Fotos gemacht, weil ich erstens die Stadt erst einmal durch meine eignen Augen kennenlernen möchte, und weil ich zweitens die Sicherheritslage in der Stadt erst einschätzen muss. Bis jetzt kann ich aber sagen, dass ich mich hier sehr sicher fühle. Ich kann ohne Probleme nachts alleine mit dem Mototaxi fahren und ich kann mich generell frei und alleine bewegen. Man wird oft auf der Straße angesprochen und bekommt meistens ein paar nette Worte mit auf den Weg. Pucallpa ist wirklich eine interessante Stadt! Bis zum nächsten Mal!
Heute mache ich einen Ausruh-Tag. Das Klima macht mich sehr früh müde. Ich habe jeden Abend bereits ab 22 Uhr Mühe, meine Augan aufzuhalten. Dazu kommt noch, dass man eigentlich nicht länger als bis 9 Uhr schlafen kann, weil es dann einfach zu heiß wird. So habe ich heute sehr viel im Internet rumgedaddelt. Ich werde aber in etwa einer Stunde zu Manuel nach Hause fahren. Er hat mich gefragt, ob ich seinen beiden dreijährigen Kindern einen altersentsprechenden Musikalunterricht erteilen kann. Ich habe ihm gesagt, dass ich es mal versuchen werde. Ich habe noch keine Idee, wie man so kleinen Kindern Musik beibringen und vermitteln kann. Deswegen bin ich gespannt auf dieses Experiment. Wenn es gut klappt, dann hätte ich für freie Sonntagnachmittage einen kleinen Job. Heute Abend bleibe ich dann zu Hause und werde in meiner neuen Hängematte gemütlich einen Film unter freiem Himmel gucken.
Morgen ist ein Feiertag. Ich habe bereits mit Liza und Wienke, eine Deutsche, die bis Dezember hier in Pucallpa bleiben wird und genau wie Liza bei der GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) arbeitet, angedacht, zur Yarinacocha zu fahren. Die Yarinacoacha ist ein sehr schöner Altwassersee. Ein Altwassersee ist ein ehemaliger Flußabschnitt. Der Fluss, in diesem Fall der Rio Ucayali, hat sich ein neues Flussbett gesucht und somit die Yarinacocha zurückgelassen. Es gibt dort Süßwasserdelfine zu sehen und man kann am "Strand" lecker essen und einfach die Athmosphäre genießen.
Ansonsten warte ich momentan auf einen genauen Abfahrtstermin für meinen Trip in die Comunidad. Es wird nach momentanem Stand vorraussichtlich am Donnerstag oder am Freitag soweit sein. Vorher werde ich dann mit Julie, die auch mitfährt, eine Einkaufstour durch Pucallpa machen. Man muss vor einer Reise in die Comunidades an sehr viele Sachen denken, weil man dort keine Möglichkeit mehr hat, Besorgungen zu machen.
Ansonsten gibt es von mir nicht viel Neues zu berichten. Ich freue mich, bald endlich die anderen vier Freiwilligen kennenzulernen. Dann wird sich auch die Wohnungsfrage, wer mit wem wo wohnt, hoffentlich klären. Ich versuche bald mal mit meiner Kamera ein paar Fotos von Pucallpa zu schießen und sie dann auf diesen Blog zu laden. Bis jetzt habe ich noch nicht so viele Fotos gemacht, weil ich erstens die Stadt erst einmal durch meine eignen Augen kennenlernen möchte, und weil ich zweitens die Sicherheritslage in der Stadt erst einschätzen muss. Bis jetzt kann ich aber sagen, dass ich mich hier sehr sicher fühle. Ich kann ohne Probleme nachts alleine mit dem Mototaxi fahren und ich kann mich generell frei und alleine bewegen. Man wird oft auf der Straße angesprochen und bekommt meistens ein paar nette Worte mit auf den Weg. Pucallpa ist wirklich eine interessante Stadt! Bis zum nächsten Mal!
Donnerstag, 26. August 2010
Straßenblockade, ein verrückter Hahn und Fotogalerie
Nun bin ich schon seit fast zwei Wochen in Pucallpa. Es gab bis jetzt noch keinen Tag, der die 30 Grad Marke nicht überschritten hat. Man hat mir gesagt, dass das Klima momentan aber noch ganz angenehm ist, da wir uns am Ende der Trockenzeit befinden. Wenn im Oktober die Regenzeit anfängt, die dann bis April andauern wird, steigt die Luftfeuchtigkeit deutlich an und macht die Hitze noch drückender. Ich gewöhne mich allerdings jeden Tag mehr an dieses Klima. Glücklicherweise kühlt es nachts etwas ab, sodass man ohne Decke und ohne Oberteil ganz gut schlafen kann. Leider wohnt direkt neben meinem Zimmer auf dem Nachbargrundstück ein Hahn, der etwa gegen 3 Uhr morgens wie verrückt und unglaublich laut anfängt zu krähen. Aufwachen gibt es immer gratis dazu und ich überlege mir jeden Tag, wie ich diesen Hahn irgendwie ignorieren kann. Heute hat sich sein Lärm schon halb in meine Träume eingefügt. Hoffentlich werde ich ihn irgendwann gar nicht mehr hören.
Nach knapp zwei Wochen Arbeit bei AIDER muss ich sagen, dass ich leider bis jetzt nicht sehr viel zu tun hatte. Ich habe mir, wie schon berichtet, zwei Projekte angeschaut. Dabei ist es bis jetzt aber leider auch erst geblieben. Es gibt aber einen Lichtblick. Ich habe vorgeschlagen, dass ich für AIDER eine Fotogalerie von allen Projekten in und um Pucallpa erstelle. Diese Galerie könnte dann im Idealfall für alle möglichen Berichte und Veröffentlichungen genutzt werden. Ich habe bereits gestern angefangen auf dem Centro de Acopio Fotos zu schießen. Nun werde ich mir noch überlegen, wie diese Galerie dann genau aussehen wird. Meine Mitarbeiter haben sich schon mit Interesse die Fotos angeschaut und ich glaube, dass ich damit erstmal eine gute und sinnvolle Aufgabe gefunden habe. Darüberhinaus habe ich gestern mit Manuel und einer Mitarbeiterin zusammen meine nächsten Wochen geplant. Ich werde nächste Woche für etwa 10 Tage in eine Comunidad fahren. Eine Comunidad ist eine Indigenengemeinde, die abseits von der Infrstruktur Pucallpa´s im umliegenden Regenwald liegt. Es gibt um Pucallpa und in der ganzen Region Ucayali mehrere Comunidades des Shipibo Stammes. AIDER arbeitet mit 5 solcher Comunidades zusammen. Diese 5 Comunidades wurden im Jahr 2005 FSC (Forest Stewardship Council) zertifiziert und produzieren somit zertifiziertes Tropenholz. Außerdem werde ich Mitte September bei der Honigernte in einem Bienenprojekt mithelfen. Dann steht am 22.09. die Einweihung des Centro de Acopio an, wo ich auch einige Aufgaben übernehmen kann.
Ich bin momentan sehr guter Dinge. Ich habe das Gefühl, dass ich mich mittlerweile gut bei AIDER intergriert habe. Die nächsten Tage und Wochen werden sicherlich interessanter als die letzten.
Nun steht am Wochenende auch meine Dreitagestour nach Tingo Maria auf dem Programm- zumindest stand sie das bis vor Kurzem. Leider spielen die Cocabauern bei meinen Plänen nicht mit. Mitlerweile ist die Hauptstraße nach Lima seit fast einer Woche blockiert. Die Cocabauern demonstrieren auf diese Art und Weise gegen die Vorgehensweise der peruanischen Regierung und der DEA (Drug Enforcement Agency, USA), die mit teilweise sehr drastischen Mitteln großflächig die Cocafelder der Bauern vergiften und zerstören. Für mich bedeutet das, dass kein Bus von Pucallpa nach Tingo Maria fährt. Ich werde aus diesem Grund voraussichtlich das Wochenende doch in Pucallpa verbringen, wenn die Blockade nicht kurzfristig doch noch aufgehoben wird. Es ist zwar schade, weil ich mich wirklich auf diesen Trip gefreut habe. Allerdings geht hier meine persönliche Sicherheit vor und ich bin schließlich ein Jahr hier in Pucallpa und es gibt noch viele Wochenenden um Tingo Maria zu besuchen.
Ich freue mich nun auf meinen Ausflug in die Comunidad und hoffe, dass ich Einiges über die FSC Zertifizierung und die Holzwirtschaft lernen werde, um dieses neue Wissen dann bei meiner Arbeit auch anwenden zu können.
Nach knapp zwei Wochen Arbeit bei AIDER muss ich sagen, dass ich leider bis jetzt nicht sehr viel zu tun hatte. Ich habe mir, wie schon berichtet, zwei Projekte angeschaut. Dabei ist es bis jetzt aber leider auch erst geblieben. Es gibt aber einen Lichtblick. Ich habe vorgeschlagen, dass ich für AIDER eine Fotogalerie von allen Projekten in und um Pucallpa erstelle. Diese Galerie könnte dann im Idealfall für alle möglichen Berichte und Veröffentlichungen genutzt werden. Ich habe bereits gestern angefangen auf dem Centro de Acopio Fotos zu schießen. Nun werde ich mir noch überlegen, wie diese Galerie dann genau aussehen wird. Meine Mitarbeiter haben sich schon mit Interesse die Fotos angeschaut und ich glaube, dass ich damit erstmal eine gute und sinnvolle Aufgabe gefunden habe. Darüberhinaus habe ich gestern mit Manuel und einer Mitarbeiterin zusammen meine nächsten Wochen geplant. Ich werde nächste Woche für etwa 10 Tage in eine Comunidad fahren. Eine Comunidad ist eine Indigenengemeinde, die abseits von der Infrstruktur Pucallpa´s im umliegenden Regenwald liegt. Es gibt um Pucallpa und in der ganzen Region Ucayali mehrere Comunidades des Shipibo Stammes. AIDER arbeitet mit 5 solcher Comunidades zusammen. Diese 5 Comunidades wurden im Jahr 2005 FSC (Forest Stewardship Council) zertifiziert und produzieren somit zertifiziertes Tropenholz. Außerdem werde ich Mitte September bei der Honigernte in einem Bienenprojekt mithelfen. Dann steht am 22.09. die Einweihung des Centro de Acopio an, wo ich auch einige Aufgaben übernehmen kann.
Ich bin momentan sehr guter Dinge. Ich habe das Gefühl, dass ich mich mittlerweile gut bei AIDER intergriert habe. Die nächsten Tage und Wochen werden sicherlich interessanter als die letzten.
Nun steht am Wochenende auch meine Dreitagestour nach Tingo Maria auf dem Programm- zumindest stand sie das bis vor Kurzem. Leider spielen die Cocabauern bei meinen Plänen nicht mit. Mitlerweile ist die Hauptstraße nach Lima seit fast einer Woche blockiert. Die Cocabauern demonstrieren auf diese Art und Weise gegen die Vorgehensweise der peruanischen Regierung und der DEA (Drug Enforcement Agency, USA), die mit teilweise sehr drastischen Mitteln großflächig die Cocafelder der Bauern vergiften und zerstören. Für mich bedeutet das, dass kein Bus von Pucallpa nach Tingo Maria fährt. Ich werde aus diesem Grund voraussichtlich das Wochenende doch in Pucallpa verbringen, wenn die Blockade nicht kurzfristig doch noch aufgehoben wird. Es ist zwar schade, weil ich mich wirklich auf diesen Trip gefreut habe. Allerdings geht hier meine persönliche Sicherheit vor und ich bin schließlich ein Jahr hier in Pucallpa und es gibt noch viele Wochenenden um Tingo Maria zu besuchen.
Ich freue mich nun auf meinen Ausflug in die Comunidad und hoffe, dass ich Einiges über die FSC Zertifizierung und die Holzwirtschaft lernen werde, um dieses neue Wissen dann bei meiner Arbeit auch anwenden zu können.
Freitag, 20. August 2010
Meine Arbeit
Mittlerweile habe ich meine erste Arbeitswoche in Pucallpa hinter mir. Ich arbeite bei der Nicht- Regierungsorganisation AIDER (Asociación para la Investigación y el Desarrollo Integral). AIDER hat neben dem Standpunkt hier in Pucallpa auch Sitze in Lima, Puerto Maldonado, Piura und Tumbes. Somit ist AIDER eine recht große Organisation. Alleine in Pucallpa arbeiten etwa 35 Menschen.
AIDER arbeitet hauptsächlich im Bereich Waldschutz. Es gibt viele Projekte im Amazonastiefland, aber auch im Norden Perus in den Küstenwäldern rund um Piura. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Wiederaufforstungsprojekte und um Ökozertifizierungen. Die meisten Projekte werden in Zusammenarbeit mit indigenen Bevölkerungsgruppen realisiert.
Da der Chef Pio momentan in Lima ist, habe ich in meiner ersten Woche bei AIDER noch keine wirkliche Aufgabe bekommen. Dementsprechend war ich viel auf eigene Faust im Internet unterwegs. Allerdings habe ich bereits damit gerechnet, dass es erst eine Weile dauert, bis ich mich in die Organisation intergrieren kann und bin somit noch guter Dinge, dass ich nach einer Eingewöhnungsphase ein sehr interessantes Jahr bei AIDER verbringen werde.
Ich habe in dieser Woche aber nicht nur vor meinem Laptop gesessen, sondern bereits zwei sehr interessante Projekte von AIDER kennengelernt. Bei dem ersten Projekt handel es sich um das Centro de Acopio de Maderas Certificadas. Dabei handelt es sich um eine im Bau befindliche Lagerstätte für zertifizierte Tropenhölzer. Hier sollen in Zukunft Hölzer aus den indigenen Gemeinden rund um Pucallpa gelagert, verarbeitet und vor allem fair gehandelt werden. Die Baustelle ist wirklich sehr interessant. Ich habe mit Manuel (der Entwicklungshelfer des DED) die wirklich desolat gemauerte Treppe für die Befliesung vorbereitet und angefangen, den Holzboden im Bürogebäude zu verlegen. Ich habe dort auch die Möglichkeit und den Platz, mein geplantes Regal zu bauen.
schädliche Gase werden in die Brennkammer geleitet und verbrannt, so wird nur CO2 und H2O freigesetzt
Bei dem zweiten Projekt handelt es sich um ein Wiederauffostungsprojekt in der Nähe von Campo Verde, einer kleinen Stadt am Kilometer 37 an der Hauptstraße nach Lima. Es handelt sich dabei um ein über 1000 Hektar großes Gelände, das von Aider in Zusammenarbeit mit zwei großen Unternehmen aufgeforstet wird. Früher war das ganze Gelände mit Urwald bedeckt. Unverantwortliche Brandrohdung, einseite Landwirtschaft, Viehzucht und Bodenerosion haben das Land komplett zerstört. Als man hier vor wenigen Jahren begonnen hat, die ersten Pflanzen zu setzen, muss das Gelände furchtbar ausgesehen haben. Heute sind weite Teile wieder mit Pflanzen bedeckt. Sie sollen in 10 Jahren bereits forstwirtschaftlich genutzt werden können und somit eine Alternative zu Hölzern aus den primären Tropenwäldern darstellen. Das Interessante und Besondere an diesem Projekt ist, dass man bis heute davon ausgegangen ist, dass man solche Gelände nicht mehr wirtschaftlich nutzen kann. Im gesamten Amazonasbecken gibt es riesige solcher ungenutzter Flächen. AIDER und die zwei Partnerunternehen sind auf dem Weg der Welt zu zeigen, dass man solche Flächen doch nutzen kann.
Montag, 16. August 2010
Pucallpa 1
Ich bin in Pucallpa! Am Freitag Abend wurde ich von Manuel, einem Entwicklungshelfer des DED, Pio, dem Chef von AIDER (meine Partnerorganisation), Jorge, meinem Gastvater und Claudi, einer Weltwärtsfreiwilligen, die kurz vor dem Ende ihres Jahres hier in Pucallpa steht, abgeholt.
Pucallpa ist eine wirklich ungewöhnliche Stadt. Es gibt kaum Autos auf der Straße, dafür aber sehr viele Motorräder und noch viel mehr Mototaxis. Mototaxis sind kleine Motorrikschas, die einen für ein paar Soles in jeden Winkel von Pucallpa transportieren.
Die Stadt Pucallpa ist eine sehr junge Stadt. Seitdem sie seit 1943 mit einer fast durchgehend asphaltierten Carretera mit Lima, und somit mit dem Rest des Landes, verbunden ist, wächst Pucallpa stetig an. Der Kautschukboom, Erdöl- und Erdgasfunde und die Holzindustrie taten ihr Übriges, sodass Pucallpa heute bereits mehr als 300.000 Einwohner hat. Das übermäßige Wachstum in nur circa 50 Jahren spiegelt sich im Stadtbild Pucallpa´s wider. Es gibt kaum Kultur, die wenigen kulturellen Einrichtungen wie die Kathedrale oder die Zentralbibliothek sind triste Betonbauten und die gesamte Infrastruktur scheint willkürlich und eher funktionell. Trotzdem hat Pucallpa einen ganz speziellen Charme. Sobald die Sonne untergeht (hier immerhin schon um 18 Uhr) öffnen die Urwalddiskos ihre Türen und Salsa- und Cumbiamusik vermischt sich mit dem Knattern der Mototaxis. Bis jetzt fühle ich mich sehr wohl in Pucallpa.
Ich wohne bei einer Gastfamilie. Sie besteht aus meinem Gastvater Jorge, meiner Gastmutter Ana, meiner Gastschwester Paola, ihrem Ehemann Victor mit Baby Mathias und einer luxemburgischen Praktikantin, die July heißt und ebenfalls bei AIDER arbeitet. Ich fühle mich gut aufgehoben, allerdings glaube ich nicht, dass ich sehr lange hier wohnen bleibe. Mein Zimmer ist wirklich sehr triste. Es gibt kaum Möglichkeiten, meine Sachen abzulegen, weshalb alles sehr unordentlich ist. Ich möchte lieber mit anderen Freiwilligen in einer WG wohnen und einen eigenen Haushalt führen. Ich werde nun aber erst einmal abwarten, bis die anderen Freiwilligen des DED Anfang September nach Pucallpa kommen, bevor ich mich um eine neue Unterkunft kümmere.
Ich habe schon einige sehr nette Leute kennengelernt. Da wäre einmal Claudia zu erwähnen, die, wie ich bereits erwähnt habe, ihre letzten Tage in Pucallpa genießt. Sie hat mir sehr geholfen mich in Pucallpa einzuleben. Sie hat mich auch direkt anderen Freiwilligen, Entwicklungshelfern und Peruanern vorgestellt. Mit dem Mann einer deutschen Entwicklungshelferin habe ich nun zum Beispiel nächste Woche einen Termin, weil ich mit ihm ein Regal für meine Klamotten bauen möchte. Mit Claudi´s Mitbewohnerin Liza, eine Peruanerin, die bis vor Kurzem in Berlin studiert hat, werde ich in zwei Wochen für drei Tage nach Tingo Maria reisen. Darauf freue ich mich bereits sehr.
Nun war heute auch mein erster Arbeitstag bei AIDER. Womit ich bereits gerechnet hatte, nämlich, dass ich erst einmal da sitzen würde und sich keiner um mich kümmert, ist dann auch tatsächlich zunächst eingetroffen. Allerdings hatte ich danach einen sehr interessanten Arbeitstag. Ich fuhr mit Manuel, dem deutschen Entwicklungshelfer, der mich auch vom Flughafen abgeholt hatte, ein bisschen durch die Gegend. Wir haben uns dieBaustelle von AIDER angeschaut, wo demnächst eine Lagerstelle für zertifiziertes Tropenholz entstehen soll. Morgen werden wir wieder dort hin fahren, um die teilweise sehr schlampigen Zustände auf der Bauarbeiten zu kontrollieren und auszubessern. Insgesamt bin ich nach dem ersten Tag sehr zufrieden mit meiner Arbeit. Manuel ist wirklich sehr nett und wenn der Chef Pio, der momentan in Lima ist, nächste Woche zurück kommt, werde ich auch genauer erfahren, was ich dieses Jahr machen werde.
Insgesamt blicke ich optimistisch auf die nächsten Tage. Ich fühle mich gut und ich bin froh, dass ich bereits so schnell Kontakte knüpfen konnte.
Pucallpa ist eine wirklich ungewöhnliche Stadt. Es gibt kaum Autos auf der Straße, dafür aber sehr viele Motorräder und noch viel mehr Mototaxis. Mototaxis sind kleine Motorrikschas, die einen für ein paar Soles in jeden Winkel von Pucallpa transportieren.
Die Stadt Pucallpa ist eine sehr junge Stadt. Seitdem sie seit 1943 mit einer fast durchgehend asphaltierten Carretera mit Lima, und somit mit dem Rest des Landes, verbunden ist, wächst Pucallpa stetig an. Der Kautschukboom, Erdöl- und Erdgasfunde und die Holzindustrie taten ihr Übriges, sodass Pucallpa heute bereits mehr als 300.000 Einwohner hat. Das übermäßige Wachstum in nur circa 50 Jahren spiegelt sich im Stadtbild Pucallpa´s wider. Es gibt kaum Kultur, die wenigen kulturellen Einrichtungen wie die Kathedrale oder die Zentralbibliothek sind triste Betonbauten und die gesamte Infrastruktur scheint willkürlich und eher funktionell. Trotzdem hat Pucallpa einen ganz speziellen Charme. Sobald die Sonne untergeht (hier immerhin schon um 18 Uhr) öffnen die Urwalddiskos ihre Türen und Salsa- und Cumbiamusik vermischt sich mit dem Knattern der Mototaxis. Bis jetzt fühle ich mich sehr wohl in Pucallpa.
Ich wohne bei einer Gastfamilie. Sie besteht aus meinem Gastvater Jorge, meiner Gastmutter Ana, meiner Gastschwester Paola, ihrem Ehemann Victor mit Baby Mathias und einer luxemburgischen Praktikantin, die July heißt und ebenfalls bei AIDER arbeitet. Ich fühle mich gut aufgehoben, allerdings glaube ich nicht, dass ich sehr lange hier wohnen bleibe. Mein Zimmer ist wirklich sehr triste. Es gibt kaum Möglichkeiten, meine Sachen abzulegen, weshalb alles sehr unordentlich ist. Ich möchte lieber mit anderen Freiwilligen in einer WG wohnen und einen eigenen Haushalt führen. Ich werde nun aber erst einmal abwarten, bis die anderen Freiwilligen des DED Anfang September nach Pucallpa kommen, bevor ich mich um eine neue Unterkunft kümmere.
Ich habe schon einige sehr nette Leute kennengelernt. Da wäre einmal Claudia zu erwähnen, die, wie ich bereits erwähnt habe, ihre letzten Tage in Pucallpa genießt. Sie hat mir sehr geholfen mich in Pucallpa einzuleben. Sie hat mich auch direkt anderen Freiwilligen, Entwicklungshelfern und Peruanern vorgestellt. Mit dem Mann einer deutschen Entwicklungshelferin habe ich nun zum Beispiel nächste Woche einen Termin, weil ich mit ihm ein Regal für meine Klamotten bauen möchte. Mit Claudi´s Mitbewohnerin Liza, eine Peruanerin, die bis vor Kurzem in Berlin studiert hat, werde ich in zwei Wochen für drei Tage nach Tingo Maria reisen. Darauf freue ich mich bereits sehr.
Nun war heute auch mein erster Arbeitstag bei AIDER. Womit ich bereits gerechnet hatte, nämlich, dass ich erst einmal da sitzen würde und sich keiner um mich kümmert, ist dann auch tatsächlich zunächst eingetroffen. Allerdings hatte ich danach einen sehr interessanten Arbeitstag. Ich fuhr mit Manuel, dem deutschen Entwicklungshelfer, der mich auch vom Flughafen abgeholt hatte, ein bisschen durch die Gegend. Wir haben uns dieBaustelle von AIDER angeschaut, wo demnächst eine Lagerstelle für zertifiziertes Tropenholz entstehen soll. Morgen werden wir wieder dort hin fahren, um die teilweise sehr schlampigen Zustände auf der Bauarbeiten zu kontrollieren und auszubessern. Insgesamt bin ich nach dem ersten Tag sehr zufrieden mit meiner Arbeit. Manuel ist wirklich sehr nett und wenn der Chef Pio, der momentan in Lima ist, nächste Woche zurück kommt, werde ich auch genauer erfahren, was ich dieses Jahr machen werde.
Insgesamt blicke ich optimistisch auf die nächsten Tage. Ich fühle mich gut und ich bin froh, dass ich bereits so schnell Kontakte knüpfen konnte.
Mittwoch, 11. August 2010
Alternative Stadtrundfahrt
Mittlerweile bin ich schon drei Tage in Lima. Gestern hatten wir einen Seminartag. Wir haben einige Fragen mit den DED Koordinatoren Olaf und Mechthild, die übrigens wirklich sehr nett und hilfsbereit sind, geklärt und einen Vortrag über NGO Arbeit und Rassismus in Peru gehört. Dies war recht informativ, sodass ich mich mittlerweile schon sehr gut auf meinen Einsatz als Freiwilliger vorbereitet fühle. Daneben haben wir gestern auch alle restlichen Handykarten gekauft. Ich habe jetzt eine CLARO Karte. Allerdings soll in Pucallpa das CLARO Netz nicht so stabil sein, weshalb ich mir da wohl noch eine MOVISTAR Karte (das Konkurentunternehmen) besorgen werde. Bei umgerechnet 4 Euro für eine Simkarte ist dies aber nicht weiter schlimm.
Heute war dann die alternative Stadtrundfahrt, auf die ich mich ja schon im Vorhinein so sehr gefreut hatte, auf dem Programm. Wir wurden um 11 Uhr von einem Bus und unserem Führer Alois Kennerknecht, einem Deutschen, der bereits seit 1986 in Lima lebt und hier selbstständig Projekte realisiert, abgeholt. Unsere Tour führte uns zunächst in den Stadtteil San Juan de Miraflores. Hier bot sich uns ein ganz Neues Stadtbild von Lima. Anstatt eingezäunten Wohnhäusern, neuen Hochhäusern und amerikanischen Fastfood Ketten fanden wir hier unfertige und unverputze Steinbauten. Es liefen viele Menschen auf den Straßen herum, die einen Bus voll mit Gringos möglicherweise noch nie zuvor gesehen hatten. Alois erzählte uns, dass in Stadtvierteln wie diesem mehr als 60 Prozent der Limeños (Bewohner Limas) wohnen. 80 Prozent der Bewohner der reicheren Stadtviertel wie Miraflores, La Molina, Surco oder San Isidro jedoch haben Stadtteile wie San Juan de Miraflores zuvor noch nie gesehen. Dies spiegelt für mich die Gegensätze der Stadt Lima wider. Auf der einen Seite wird man direkt am Flughafen von einem riesigen Plakat, auf dem in großen Buchstaben steht: "Peru, Weltmeister in der Reduktion von Armut" steht, empfangen, auf der anderen Seite scheinen die Bewohner der Reichen Stadtteile die Realität der meisten Bewohner Limas gar nicht zu erfassen.



In San Juan de Miraflores haben wir uns einige Projekte von Alois angeschaut. Alois realisiert hauptsächlich ökologische Projekte, wobei es um den nachhaltigen Wasserhaushalt in Lima, immerhin nach Kairo die zweitgrößte Wüstenhauptstadt der Welt, die unter ernormer Wasserknappheit leidet, da es hier so gut wie nie regnet und die Andengletscher als einzige Wasserquelle in Folge des Klimawandels immer weiter schrumpfen, geht. Er begrünt Wüstenboden, der auf den ersten Blick gar kein Leben zulässt. Eine besonders widerstandfähige Graspflanze hat er zum Beispiel an einem Müllberg unterhalb einem Imbissstand, der natürlich Abwasser produziert, platziert, um den Bewohnern zu zeigen, dass es sehr viele ungenutzte Wasserquellen gibt. In einer Schule hat er in Zusammenarbeit mit den Eltern der Schüler einen ganzen Wüstenberg begrünt. Er hat einfach vom lokalen Markt die organischen Abfälle eingesammelt, diese kompostiert und somit Nährstoffe und Feuchtigkeit auf den Wüstenberg gebracht. Alois sagt: “Man darf keine Armut sehen, nur Möglichkeiten”. Die Menschen in der Umgebung der Schule haben die Möglichkeiten erkannt. Nach kurzer Zeit musste man bereits früh morgens zum Markt gehen, um überhaupt noch einen Eimer mit Obst- und Gemüseabfällen ergattern zu können. Die Bewohner rings um die Schule haben sich kleine Nutzgärten angelegt und können somit aus eigener Kraft ihre Situation wenigstens ein bisschen verbessern.
Ein anderes Beispiel sind die sogenannten Ecosilos. Das sind einfache in den Erd- beziehungsweise Wüstenboden eingelassene Kompostiersilos. Alois hat bereits hunderte dieser Ecosilos in Privathaushalten, Schulen und an anderen Stellen installiert. Den Menschen wird so einerseits ermöglicht, ihren organischen Abfall zu beseitigen, damit beispielsweise Straßenhunde nicht mehr an den Müll gehen und möglicherweise Krankheiten mit sich bringen. Andererseits bietet das Endprodukt der Kompostierung einen hervorragenden Nährboden für Nutzpflanzen wie Tomaten und Kräuter. Alois hat hier wieder Möglichkeiten gesehen. Es gibt viel Abfall in Peru. Man darf nicht die Armut der Menschen sehen, und möglicherweise verschwenderisch mit den Geldern der Entwicklungszusammenarbeit um sich werfen. Man muss die Möglichkeiten sehen, wie Menschen aus ärmeren Verhältnissen aus eigener Kraft ihre Situation verbessern können. So kann bereits mit geringem finanziellen Aufwand Armut bekämpft werden.
Unsere Rundfahrt führte uns in den Stadtteil Villa Maria del Triunfo. Hier besuchten wir weitere Projekte von Alois. Außerdem fuhren wir zu dem zweitgrößten Friedhof Südamerikas. Ein riesiges Areal, mitten zwischen knochentrockenen Bergen, was mit Kreuzen und bunten Schreinen übersäht war. Eine Friedhofsathmosphäre, wie ich sie aus Deutschland kenne, kam hier nicht auf, weil das Grün zu fehlen schien. Ein wirklich sehr beeindruckendes Erlebnis.
Weiter führte uns unsere Tour an einer riesigen Zementfabrik vorbei. Die Ausdehnung dieser Fabrik war wirklich enorm. Ihr Grenzen waren nur manchmal in Form von Mauern auf den mehrere Kilometer entfernten Bergkämmen zu sehen. Diese Mauer dient als Schutz vor Besiedlung. Lima ist eine der am schnellsten wachsenden Städte weltweit. Jedes Jahr strömen Hunderttausende neue Bewohner in diese Stadt. So kommt es häufig vor, dass kahle Täler und Berge innerhalb von kürzester Zeit besiedelt werden und ihr Gesicht komplett verändern.
Über Villa El Salvador, ein weiterer von Lima´s 42 Stadtteilen, die für sich selber eigentlich schon kleine Großstädte sind, ging es dann wieder zurück in unser Hostal. Die alternative Stadtrundfahrt war ein voller Erfolg. Ich war wirklich beeindruckt und bewegt von den Bildern, die ich gesehen habe. Sicherlich werde ich diesen Tag nicht so schnell vergessen. Die Aussage von Alois: “Man darf nicht Armut sehen, sondern nur Möglichkeiten”, hat mich zum Nachdenken angeregt. Ich werde mich oft daran erinnern.
Heute war dann die alternative Stadtrundfahrt, auf die ich mich ja schon im Vorhinein so sehr gefreut hatte, auf dem Programm. Wir wurden um 11 Uhr von einem Bus und unserem Führer Alois Kennerknecht, einem Deutschen, der bereits seit 1986 in Lima lebt und hier selbstständig Projekte realisiert, abgeholt. Unsere Tour führte uns zunächst in den Stadtteil San Juan de Miraflores. Hier bot sich uns ein ganz Neues Stadtbild von Lima. Anstatt eingezäunten Wohnhäusern, neuen Hochhäusern und amerikanischen Fastfood Ketten fanden wir hier unfertige und unverputze Steinbauten. Es liefen viele Menschen auf den Straßen herum, die einen Bus voll mit Gringos möglicherweise noch nie zuvor gesehen hatten. Alois erzählte uns, dass in Stadtvierteln wie diesem mehr als 60 Prozent der Limeños (Bewohner Limas) wohnen. 80 Prozent der Bewohner der reicheren Stadtviertel wie Miraflores, La Molina, Surco oder San Isidro jedoch haben Stadtteile wie San Juan de Miraflores zuvor noch nie gesehen. Dies spiegelt für mich die Gegensätze der Stadt Lima wider. Auf der einen Seite wird man direkt am Flughafen von einem riesigen Plakat, auf dem in großen Buchstaben steht: "Peru, Weltmeister in der Reduktion von Armut" steht, empfangen, auf der anderen Seite scheinen die Bewohner der Reichen Stadtteile die Realität der meisten Bewohner Limas gar nicht zu erfassen.
In San Juan de Miraflores haben wir uns einige Projekte von Alois angeschaut. Alois realisiert hauptsächlich ökologische Projekte, wobei es um den nachhaltigen Wasserhaushalt in Lima, immerhin nach Kairo die zweitgrößte Wüstenhauptstadt der Welt, die unter ernormer Wasserknappheit leidet, da es hier so gut wie nie regnet und die Andengletscher als einzige Wasserquelle in Folge des Klimawandels immer weiter schrumpfen, geht. Er begrünt Wüstenboden, der auf den ersten Blick gar kein Leben zulässt. Eine besonders widerstandfähige Graspflanze hat er zum Beispiel an einem Müllberg unterhalb einem Imbissstand, der natürlich Abwasser produziert, platziert, um den Bewohnern zu zeigen, dass es sehr viele ungenutzte Wasserquellen gibt. In einer Schule hat er in Zusammenarbeit mit den Eltern der Schüler einen ganzen Wüstenberg begrünt. Er hat einfach vom lokalen Markt die organischen Abfälle eingesammelt, diese kompostiert und somit Nährstoffe und Feuchtigkeit auf den Wüstenberg gebracht. Alois sagt: “Man darf keine Armut sehen, nur Möglichkeiten”. Die Menschen in der Umgebung der Schule haben die Möglichkeiten erkannt. Nach kurzer Zeit musste man bereits früh morgens zum Markt gehen, um überhaupt noch einen Eimer mit Obst- und Gemüseabfällen ergattern zu können. Die Bewohner rings um die Schule haben sich kleine Nutzgärten angelegt und können somit aus eigener Kraft ihre Situation wenigstens ein bisschen verbessern.
Ein anderes Beispiel sind die sogenannten Ecosilos. Das sind einfache in den Erd- beziehungsweise Wüstenboden eingelassene Kompostiersilos. Alois hat bereits hunderte dieser Ecosilos in Privathaushalten, Schulen und an anderen Stellen installiert. Den Menschen wird so einerseits ermöglicht, ihren organischen Abfall zu beseitigen, damit beispielsweise Straßenhunde nicht mehr an den Müll gehen und möglicherweise Krankheiten mit sich bringen. Andererseits bietet das Endprodukt der Kompostierung einen hervorragenden Nährboden für Nutzpflanzen wie Tomaten und Kräuter. Alois hat hier wieder Möglichkeiten gesehen. Es gibt viel Abfall in Peru. Man darf nicht die Armut der Menschen sehen, und möglicherweise verschwenderisch mit den Geldern der Entwicklungszusammenarbeit um sich werfen. Man muss die Möglichkeiten sehen, wie Menschen aus ärmeren Verhältnissen aus eigener Kraft ihre Situation verbessern können. So kann bereits mit geringem finanziellen Aufwand Armut bekämpft werden.
Unsere Rundfahrt führte uns in den Stadtteil Villa Maria del Triunfo. Hier besuchten wir weitere Projekte von Alois. Außerdem fuhren wir zu dem zweitgrößten Friedhof Südamerikas. Ein riesiges Areal, mitten zwischen knochentrockenen Bergen, was mit Kreuzen und bunten Schreinen übersäht war. Eine Friedhofsathmosphäre, wie ich sie aus Deutschland kenne, kam hier nicht auf, weil das Grün zu fehlen schien. Ein wirklich sehr beeindruckendes Erlebnis.
Weiter führte uns unsere Tour an einer riesigen Zementfabrik vorbei. Die Ausdehnung dieser Fabrik war wirklich enorm. Ihr Grenzen waren nur manchmal in Form von Mauern auf den mehrere Kilometer entfernten Bergkämmen zu sehen. Diese Mauer dient als Schutz vor Besiedlung. Lima ist eine der am schnellsten wachsenden Städte weltweit. Jedes Jahr strömen Hunderttausende neue Bewohner in diese Stadt. So kommt es häufig vor, dass kahle Täler und Berge innerhalb von kürzester Zeit besiedelt werden und ihr Gesicht komplett verändern.
Über Villa El Salvador, ein weiterer von Lima´s 42 Stadtteilen, die für sich selber eigentlich schon kleine Großstädte sind, ging es dann wieder zurück in unser Hostal. Die alternative Stadtrundfahrt war ein voller Erfolg. Ich war wirklich beeindruckt und bewegt von den Bildern, die ich gesehen habe. Sicherlich werde ich diesen Tag nicht so schnell vergessen. Die Aussage von Alois: “Man darf nicht Armut sehen, sondern nur Möglichkeiten”, hat mich zum Nachdenken angeregt. Ich werde mich oft daran erinnern.
Montag, 9. August 2010
Lima 1
Nach langem Flug bin ich gestern mit 17 anderen Freiwilligen in Lima angekommen. Der einzige Lichtblick dieser nicht enden wollenden Reise war ein sehr interessantes Gespräch mit einem Deutschen, der mit seiner peruanischen Lebensgefährtin unterwegs war.
Doch nun bin ich endlich hier. Wir wohnen in einem schönen Hostel im Stadtteil Miraflores. Miraflores gilt als einer der besseren und repräsentativen Stadtteile von Lima. Ich habe bereits auf meiner letzten Reise im Sommer 2009 hier gewohnt und kenne mich somit bereits schon ein wenig aus.
Doch nun bin ich endlich hier. Wir wohnen in einem schönen Hostel im Stadtteil Miraflores. Miraflores gilt als einer der besseren und repräsentativen Stadtteile von Lima. Ich habe bereits auf meiner letzten Reise im Sommer 2009 hier gewohnt und kenne mich somit bereits schon ein wenig aus.
Heute haben wir unser Einführungsseminar mit einer Begrüßungsrunde, einem Besuch des DED Büros und dem Versuch, Handykarten zu kaufen, begonnen. Leider hat das mit den Handykarten nicht so richtig geklappt, weshalb wir uns damit noch in den nächsten Tagen beschäftigen müssen.
Ich werde noch die nächsten Tage bis Freitag hier in Lima verbringen. Es steht unter anderem eine alternative Stadtrundfahrt auf dem Programm, auf die ich mich besonders freue. Sie führt uns abseits der Touristenrouten in das Lima, wie es der Alltag für einen Großteil der Bewohner dieser Stadt ist, und das ich bis jetzt noch nicht kennen gelernt habe. Am Freitag Abend fliege ich dann nach Pucallpa, wo dann mein eigentliches Projekt richtig beginnt.
Ich werde noch die nächsten Tage bis Freitag hier in Lima verbringen. Es steht unter anderem eine alternative Stadtrundfahrt auf dem Programm, auf die ich mich besonders freue. Sie führt uns abseits der Touristenrouten in das Lima, wie es der Alltag für einen Großteil der Bewohner dieser Stadt ist, und das ich bis jetzt noch nicht kennen gelernt habe. Am Freitag Abend fliege ich dann nach Pucallpa, wo dann mein eigentliches Projekt richtig beginnt.
Samstag, 7. August 2010
Morgen geht´s los
Morgen um 8.25 ist nun soweit. Ich habe meinen Rucksack und meinen Koffer gepackt und dabei zwar meine angestrebten 23 Kilo nicht einhalten können, allerdings die erlaubten 46 Kilo bei weitem nicht erreicht. Ich werde morgen Hamburg mit einem weinenden- (Abschiede sind einfach nicht mein Ding) und einem lachenden Auge (ich bin wirklich sehr gespannt, was mich in Peru erwarten wird) verlassen. Ich werde meinen Blog so bald es geht aktualisieren und hoffe, dass ich auch schnell Fotos hochladen kann. Bis dahin sage ich erstmal: "Tschüß Deutschland!"
Abonnieren
Kommentare (Atom)