Schon über einen Monat ist es her, dass ich von mir hören ließ, der April ist schon vorbei und es ist viel passiert. Heute ist bereits schon Anfang Mai. Meine letzten drei Monate fangen langsam an und ich muss mir langsam aber sicher schon wieder Gedanken über meine Rückker nach und mein Leben in Deutschland machen. So sind schon erste Bewerbungen für einen Platz im Studentenwohnheim in Aachen abgeschlossen, parallel beginnt zumindest die Suche nach Kontakten, die mir die Wohnungssuche in Aachen erleichtern können, und am 9.5. werde ich mich auf einen Platz für den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen / Maschinenbau an der RWTH bewerben.
Doch auch wenn wöchentlich mehr Gedanken nach Deutschland gehen, sind mindestens genauso viele bei meinem Leben hier in Pucallpa. Dieses entwickelt sich immer weiter, mein soziales Netzwerk baut sich immer weiter aus und ich fühle mich trotz der vielen Rückschläge, die ich bei AIDER einstecken musste, immer wohler. Ein Grund dafür mag sein, dass ich in den letzten Wochen sehr viel über meine gesamte Situation nachgedacht habe. Ich glaube, dass ich begonnen habe zu verstehen, was mir weltwärts wirklich bringt. Es geht nicht, wie ich vorher dachte, nur darum, auf seinem Einsatzplatz möglichst erfolgreich zu sein und etwas bewegen zu können, sondern viel mehr um eine kritische Auseinandersetzung mit sich selbst, mit dem vorherigen Leben in Deutschland und seinem persönlichen Verhalten in einer fremden Kultur. Es geht nicht unbedingt darum, dass man hier möglichst vielen Menschen hilft. Das wäre zwar gut und auch erwünschenswert, doch in meiner Rolle als Freiwilliger ist dieses Ziel zu hoch gesteckt. Vielmehr muss ich nun meine Erfahrungen reflektieren, sie mit nach Deutschland nehmen und versuchen, sie auf mein Leben und das meiner Freunde und Verwandten anzuwenden. Durch viele Gespräche mit meinem Mitbewohner Laszlo über dieses Thema habe ich nun auch verstanden, die Frustration auf der Arbeit nicht zu dicht an mich heranzulassen. Ich muss versuchen, das Positive in den Vordergrund zu stellen. Ich habe nämlich, was ich mir in letzter Zeit viel zu wenig klar gemacht habe, doch einiges gelernt bei AIDER. Dies fängt bei der Forstwirtschaft an, geht über NGO-Arbeit im Allgemeinen und reicht bis zu den neuen Erkenntnissen, die ich in den Shipibo Gemeinden erlangen konnte.
Wie eben bereits erwähnt habe ich auch durch viele Gespräche mit Laszlo diesen Selbstreflexionsprozess durchlaufen. Ich habe in letzter Zeit sehr viel mit ihm unternommen. Wir gingen abends zusammen feiern, saßen oft bei uns im Garten und erkundeten die zwar bescheidene, aber tatsächlich vorhandene Kulturwelt von Pucallpa. Es tut sehr gut, einen Kumpel hier zu haben, der mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat (Arbeit), mit dem man aber zusammen über diese Probleme reden, über sie hinwegsehen und das Positive sehen kann. Es geht mir also momentan recht gut hier in Pucallpa. Da stört es mich auch nicht mehr so stark, dass ich wohl den Rest meiner Zeit in Peru hier in der Stadt bleiben werden und keine privaten Reisen mehr unternehme. Dadurch habe ich auch die Möglichkeit, die nähere Umgebung von Pucallpa genauer zu erkunden. Mit meinem Kumpel Alex machte ich vor einiger Zeit einen Wochenendausflug in „den Wald“. Wir liehen uns ein Holzboot mit zwei Paddeln und erkundeten den zu der Zeit noch hoch überschwemmten Wald in der Nähe der Lagune Yarinacocha. Mit Glück fanden wir einen kleinen Flecken Erde, auf dem wir unser Zelt aufschlagen konnten, und verbrachten eine unvergessliche Nacht – zwar nicht in primärem Urwald – doch mit einem Lagerfeuer, gutem Essen, den Geräuschen der Selva und absolut abseits von anderen Menschen. Ein wirklich super Abenteuer.
Das hat mir so gut gefallen, dass ich ein ähnliches Camp auch mit Christian und seinem Kumpel Philip unternahm. Christian, mit dem ich zusammen zur Schule ging, bereits vor eineinhalb Jahren mit dem Rucksack durch Südamerika gereist bin und in Zukunft auch zusammen in Aachen studieren möchte, besuchte mich mit einem Kumpel für etwa eine Woche hier in Pucallpa. Beide sind momentan als Freiwillige in Kolumbien beschäftigt und somit meine Kollegen. Wir verbrachten eine nette Zeit hier in Pucallpa und ich denke, dass ich ihnen ein gutes und einigermaßen vollständiges Bild von meiner Stadt verschaffen konnte.
Nun möchte ich noch ein paar Worte zu meiner Arbeit verlieren. In letzter Zeit haben mich die Unterbeschäftigung und Perspektivlosigkeit nicht mehr so sehr gestört, da ich, wie oben beschrieben, versucht habe, mir private Alternativen zu suchen und das Positive in den Vordergrund zu stellen. Dazu muss ich aber auch sagen, dass sich Manuel bemüht hat, mir eine regelmäßige Beschäftigung zu geben. So habe ich in den letzten Tagen oft auf der Baustelle des Centre de Acopio gearbeitet. Das war zwar sehr anstrengend, doch man hat, was mir so gut gefällt, einen Unterschied zwischen Vorher und Nachher sehen können. Außerdem ermöglichen die sinkenden Wasserstände des Ucayali nun immer mehr Reisen in die Gemeinden. Deswegen denke ich, dass ich in den letzten drei Monaten noch einige Male die Möglichkeit haben werde, an solch einer Reise teilzunehmen. Da mir diese Reisen bis jetzt immer sehr gut gefallen haben, blicke ich also ohne Sorgen auf die letzten Arbeitswochen bei AIDER.
Vom Camping Fieber gepackt, fuhr ich schließlich letztes Wochenende mir Alex nach San Alejandro wo wir einen Tag lang einen wie er sagt „Explorer“ durchgeführt haben. Das heißt, dass wir das Gebiet um und die Begehbarkeit des Rio San Alejandro erkundet haben, um dort bald eine mehrtägige Wanderung durchzuführen. Eine super Aktion. Ich freue mich auf das Camping! Dieser unvergessliche Tag wurde von einem Schauspiel am Himmel, das ich mit meine Kamera einfangen konnte, abgeschlossen.



Doch auch wenn wöchentlich mehr Gedanken nach Deutschland gehen, sind mindestens genauso viele bei meinem Leben hier in Pucallpa. Dieses entwickelt sich immer weiter, mein soziales Netzwerk baut sich immer weiter aus und ich fühle mich trotz der vielen Rückschläge, die ich bei AIDER einstecken musste, immer wohler. Ein Grund dafür mag sein, dass ich in den letzten Wochen sehr viel über meine gesamte Situation nachgedacht habe. Ich glaube, dass ich begonnen habe zu verstehen, was mir weltwärts wirklich bringt. Es geht nicht, wie ich vorher dachte, nur darum, auf seinem Einsatzplatz möglichst erfolgreich zu sein und etwas bewegen zu können, sondern viel mehr um eine kritische Auseinandersetzung mit sich selbst, mit dem vorherigen Leben in Deutschland und seinem persönlichen Verhalten in einer fremden Kultur. Es geht nicht unbedingt darum, dass man hier möglichst vielen Menschen hilft. Das wäre zwar gut und auch erwünschenswert, doch in meiner Rolle als Freiwilliger ist dieses Ziel zu hoch gesteckt. Vielmehr muss ich nun meine Erfahrungen reflektieren, sie mit nach Deutschland nehmen und versuchen, sie auf mein Leben und das meiner Freunde und Verwandten anzuwenden. Durch viele Gespräche mit meinem Mitbewohner Laszlo über dieses Thema habe ich nun auch verstanden, die Frustration auf der Arbeit nicht zu dicht an mich heranzulassen. Ich muss versuchen, das Positive in den Vordergrund zu stellen. Ich habe nämlich, was ich mir in letzter Zeit viel zu wenig klar gemacht habe, doch einiges gelernt bei AIDER. Dies fängt bei der Forstwirtschaft an, geht über NGO-Arbeit im Allgemeinen und reicht bis zu den neuen Erkenntnissen, die ich in den Shipibo Gemeinden erlangen konnte.
Wie eben bereits erwähnt habe ich auch durch viele Gespräche mit Laszlo diesen Selbstreflexionsprozess durchlaufen. Ich habe in letzter Zeit sehr viel mit ihm unternommen. Wir gingen abends zusammen feiern, saßen oft bei uns im Garten und erkundeten die zwar bescheidene, aber tatsächlich vorhandene Kulturwelt von Pucallpa. Es tut sehr gut, einen Kumpel hier zu haben, der mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat (Arbeit), mit dem man aber zusammen über diese Probleme reden, über sie hinwegsehen und das Positive sehen kann. Es geht mir also momentan recht gut hier in Pucallpa. Da stört es mich auch nicht mehr so stark, dass ich wohl den Rest meiner Zeit in Peru hier in der Stadt bleiben werden und keine privaten Reisen mehr unternehme. Dadurch habe ich auch die Möglichkeit, die nähere Umgebung von Pucallpa genauer zu erkunden. Mit meinem Kumpel Alex machte ich vor einiger Zeit einen Wochenendausflug in „den Wald“. Wir liehen uns ein Holzboot mit zwei Paddeln und erkundeten den zu der Zeit noch hoch überschwemmten Wald in der Nähe der Lagune Yarinacocha. Mit Glück fanden wir einen kleinen Flecken Erde, auf dem wir unser Zelt aufschlagen konnten, und verbrachten eine unvergessliche Nacht – zwar nicht in primärem Urwald – doch mit einem Lagerfeuer, gutem Essen, den Geräuschen der Selva und absolut abseits von anderen Menschen. Ein wirklich super Abenteuer.
Das hat mir so gut gefallen, dass ich ein ähnliches Camp auch mit Christian und seinem Kumpel Philip unternahm. Christian, mit dem ich zusammen zur Schule ging, bereits vor eineinhalb Jahren mit dem Rucksack durch Südamerika gereist bin und in Zukunft auch zusammen in Aachen studieren möchte, besuchte mich mit einem Kumpel für etwa eine Woche hier in Pucallpa. Beide sind momentan als Freiwillige in Kolumbien beschäftigt und somit meine Kollegen. Wir verbrachten eine nette Zeit hier in Pucallpa und ich denke, dass ich ihnen ein gutes und einigermaßen vollständiges Bild von meiner Stadt verschaffen konnte.
Nun möchte ich noch ein paar Worte zu meiner Arbeit verlieren. In letzter Zeit haben mich die Unterbeschäftigung und Perspektivlosigkeit nicht mehr so sehr gestört, da ich, wie oben beschrieben, versucht habe, mir private Alternativen zu suchen und das Positive in den Vordergrund zu stellen. Dazu muss ich aber auch sagen, dass sich Manuel bemüht hat, mir eine regelmäßige Beschäftigung zu geben. So habe ich in den letzten Tagen oft auf der Baustelle des Centre de Acopio gearbeitet. Das war zwar sehr anstrengend, doch man hat, was mir so gut gefällt, einen Unterschied zwischen Vorher und Nachher sehen können. Außerdem ermöglichen die sinkenden Wasserstände des Ucayali nun immer mehr Reisen in die Gemeinden. Deswegen denke ich, dass ich in den letzten drei Monaten noch einige Male die Möglichkeit haben werde, an solch einer Reise teilzunehmen. Da mir diese Reisen bis jetzt immer sehr gut gefallen haben, blicke ich also ohne Sorgen auf die letzten Arbeitswochen bei AIDER.
Vom Camping Fieber gepackt, fuhr ich schließlich letztes Wochenende mir Alex nach San Alejandro wo wir einen Tag lang einen wie er sagt „Explorer“ durchgeführt haben. Das heißt, dass wir das Gebiet um und die Begehbarkeit des Rio San Alejandro erkundet haben, um dort bald eine mehrtägige Wanderung durchzuführen. Eine super Aktion. Ich freue mich auf das Camping! Dieser unvergessliche Tag wurde von einem Schauspiel am Himmel, das ich mit meine Kamera einfangen konnte, abgeschlossen.
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