Die eineinhalb Wochen nach dem Zischenseminar in Pucallpa gingen recht schnell vorbei. Mein Plan, noch einige Tage in eine Comunidad, genauer nach Sinchi Roca in das Shiringa Projekt, zu fahren, viel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Ganz Peru und vor allem Pucallpa erlebt dieses Jahr eine sehr ergiebige Regenzeit und damit verbunden ein noch nie vorher in dieser Form gesehenes Hochwasser. In Sinchi Roca war so kein Besuch möglich. Ich ging so die Woche über ab und an ins Buero, blieb aber auch öfters mal zu Hause, da wie immer nichts für mich zu tun war. Ich zog es vor mir und meinem Körper Gutes zu tun, bereitete mich auf einen 7 Kilometer Marathon vor, den ich dann leider auf Grund einer plötzlichen Magenverstimmung nicht wahrnehmen konnte und besuchte die überschwemmten (Wohn)Gebiete an der Yarinacocha.
Und plötzlich war schon Sonntag, der 27. Februar. Ich wartete am Flughafen auf Besuch aus Deutschland. Am frühen Nachmittag kamen meine Mutter und mein Bruder in Pucallpa an. Wir verbrachten die nächsten Tage zusammen in Pucallpa und machten uns anschließend auf Reisen.
Teil 1 : Pucallpa
Der Sonntag war einer der wenigen Tage in diesen Wochen, in denen Pucallpa Sonne geschenkt wurde. Wir drei machten einen kurzen Spaziergang durch Yarina und an die Lagune und mussten hautnah miterlben, dass dieser Sonntag der letzte und damit wichtigste Tag des "Carnaval Ucayalino" war. In Peru bedeutet hautnah, dass man an jeder Strassenecke mit Wasserbomben abgeworfen und wenn man nicht aufpasst auch mit Farbe beschmiert wird. Für meine Mutter und meinen Bruder war es natuerlich super, meine sowieso schon besondere Stadt an so einem besonderen und schönen Tag zum ersten Mal kennenzulernen.
Am nächsten Tag zeigte ich ihnen mein Büro und die Innenstadt von Pucallpa. Als einen der Höhepunkte hatte ich eine einstündige Bootsfahrt durch den Hafen von Pucallpa geplant. Mit dem Peke Peke ging es den Ucayali hinauf und in den Nebenfluss "Manantay", an dem sich unzaehlige kleine Sägewerke angesiedelt haben. Die Bootsfahrt war super, doch am Himmel braute sich bedrohliches zusammen. 3 Minuten bevor wir wieder das Land erreichten, öffnete er seine Pforten und ließ uns innerhalb von Sekunden bis auf die Haut durchweichen. So einen heftigen und lange andauerneden Regen habe ich selbst in Pucallpa erst selten erlebt. Für mich war es auch das erste Mal, dass ich komplett druchnässt bin. Deshalb hieß es erst einmal so schnell wie möglich ins Hotel, beziehungsweise nach Hause zu fahren, um zu Duschen und Klamotten zu wechseln.
Ein weiterer Höhepunkt des Pucallpa Aufenthaltes sollte ein Tagesausflug nach Calleria sein. Am Dienstag viel der Ausflug ins Wasser - den ganzen Tag Dauerregen - doch am Mittwoch war es so weit. Mit Jacob und einem seiner Söhne fuhren wir nach Calleria. Die Strecke war dieses Mal noch schöner als letztes Mal, da der Fluss nochmal um etwa einen Meter angestiegen ist und wir diemal teilweise querfeldein durch den Wald fahren konnten. Wirklich bezaubernde Bilder. Calleria zeigte auch wieder ein ganz Neues Gesicht. Die gesamte Comunidad war überschwemmt. Für uns als Beobachter ein beeindruckendes Bild, doch für die Comuneros eine Katastrophe. Das Hochwasser hat dieses Jahr eine Höhe erreicht, wie man es noch nie zuvor gesehen hat. Calleria wird zwar jedes Jahr überschwemmt, doch diese Jahr ist das erste Mal überhaupt Wasser in die Stelzenhäuser eingedrungen. Die meisten der Bewohner mussten nach Pucallpa fliehen, da ihre Häuser unbewohnbar sind. Nun befürchten viele, dass es im April zu einer Hungersnot kommen könnte, da auch die Felder, insbesondere die Bananenplantagen größtenteils von dem Hochwasser zerstört wurden.
Der Tagesausflug nach Calleria war für mich, meine Mutter und meinen Bruder ein super Erlebnis, doch er machte auch nachdenklich. Die Bewohner Callerias stehen nun vor einem sehr schwierigen Jahr. Keiner weiß genau, wie es weiter geht.
Teil 2 : Lima
Nach einem großen gemeinsamen Abendessen bei mir zu Hause flogen wir drei am Donnerstag Morgen nach Lima. Lima - das ist nicht nur die Haupstadt Perus, sondern mit etwa 9 Millionen Einwohnern Weltmetropole und eine der größten Städte des Kontinents. Lima versteckt sich vor allem in den peruanischen Wintermonaten in einer grauen und wenig einladenden Dunstwolke, die vom Meer her die gesamte peruanische Küste einhüllt. Dann scheinen das Grau und die Tristesse auf die Stadt abzufärben. Lima lädt dann nicht zum Verweilen ein. Doch wenn sich im peruanischen Sommer der Küstennebel auflöst und der Stadt jeden Tag Sonne bei angenehmen Temperaturen um 26 Grad schenkt, verändert Lima sein Gesicht. Man bekommt Lust hinter die Betonmauern zu schauen und man kann wirklich vieles entdecken.
Wir kamen in Lima an und erkundeten zunächst den Stadtteil Miraflores, den fast alle Touristen für ihre Unterkunft auswählen. Für mich persönlich bietet dieser Stadtteil nicht besonders viel. Das mag zum Einen daran liegen, dass ich hier schon viele Male zuvor gewesen war. Zum anderen merkt man hier aber kaum, dass man sich in einem Land befindet, indem einigen Quellen zufolge immer noch bis zu 50 Prozent der Bevölkerung in Armut leben. Es ist zwar für das Land gut, dass die Wirtschaft vor allem in den letzten Jahren rasant wachsen konnte, doch trotzdem verzerren Miraflores und viele andere Stadtteile Limas in meinen Augen das Bild dieses Landes. Das soll nicht heißen, dass ich Armut sehen und mich an ihr "aufgeilen" will (ich habe so etwas bei Weltwärtslern schon oft gesehen, nach dem Motto..."bei mir sind die Leute aber viel ärmer als bei dir") doch muss ich sagen, dass ich für mich persönlich viel mehr aus ärmeren Regionen dieses Landes mitnehmen kann als zum Beispiel aus Miraflores. So war es zum Beispiel sehr interessant durch La Victoria zu laufen. Wenn dieser Stadtteil überhaupt in deutschen Reiseführerern auftaucht, dann wird sicherlich so etwas wie "höchste Diebstahlgefahr - gefährlich" drin stehen. Wir wurden nicht beklaut und leben auch noch und konnten nebenbei einen Teil von Lima sehen, der wahrscheinlich den Alltag einer Vielzahl der Bewohner dieser Stadt wiederspiegelt. Anschließend bummelten wir noch durch den Kleider- , Copy-DVD- und Ramschmarkt "Polvos Azules". Auch ein sehr interessantes Erlebnis.
Am Freitag fuhren wir mit dem Bus nach Pisco. Die Stadt Pisco wurde von einem starken Erdebeben größtenteils zerstört. Das Beben der Stärke 8,0 hatte die Stadt am 15. August 2007 getroffen und unzähligen Menschen das Leben gekostet. Pisco wurde in den letzten Jahren teilweise wieder aufgebaut, doch man sieht noch deutlich die Folgen der Katastrophe und viele Menschen leben bis heute in notdürftigen Holzunterkünften. Unsere Motivation, diesen Ort zu besuchen waren die "Islas Ballestas". Es handelt sich dabei um eine kleine Inselgruppe, die wenige Kilometer vor der Küste liegt und den Ruf hat, ein alternativ-Galapagos zu sein. Hier tummeln sich unzählige Seevögel, Pinguine und Seelöwen.
Als wir an der Bushaltestele ankamen, wurden wir bereits von einem Typen erwartet, der sich als Mitarbeiter des Hotels, das ich einen Abend zuvor in Lima gebucht hatte, ausgab. Er fuhr mit uns ins Hotel, wir mussten die Fahrt bezahlen, und angekommen führte er uns sehr nett in unser Zimmer. Anschließend wollte er uns eine Bootstour für den nächsten Tag verkaufen und wir nahmen das Angebot an, da wir ja deswegen überhaupt nach Pisco gekommen waren. Er nannte uns einen Preis von 70 Soles pro Person. Dort wurde ich das erste Mal stutzig. Das war doppelt so teuer, wie es in meinem (wirklich guten) Reiseführer steht. Da es aber schon spät war nahmen wir wie gesagt das Angebot an und bezahlten das Geld.
Kurz darauf wollte ich noch kurz etwas auf der Straße zum Essen kaufen. Als ich an einer Touristenagentur vorbei ging, fragte ich aus Interesse nach dem Preis für eine Bootstour am nächsten Morgen. Als man mir 35 Soles als Preis nannte, wurde mir alles klar. Wir waren "Opfer" eines Schleppers geworden, der anscheinend erfolgreich ein paar Extra-Soles verdient hatte. Später stellte sich heraus, dass das Hotel unseren Namen an den Typen weitergegeben hatte, was uns natürlich sehr verärgerte. Lange Rede kurzer Sinn - Ich habe den Typen dann gesucht und schnell gefunden, das Geld zurück verlangt, mir ein bisschen sein Gelaber über bessere Boote und Autos angehört und dann die gleiche Tour im nächsten Büro für 40 Sol pro Person gebucht. Die Tour war natürlich identisch und ich hatte sogar den Eindruck, dass wir letzten Endes die besten Boote hatten.
Man kann aus diesem Erlebnis zweierlei Erkenntnisse mitnehmen. Einerlei ist es dem Schlepper zu gönnen, dass er anscheinend erfolgreich Geld aus den Taschen der meist wohlhabenden Touristen abzwacken kann. Der Tourismus ist nach dem Bergbau Perus zweitgrößter Wirtschaftszweig. Doch dadurch hat er in meinen Augen Ausmaße angenommen, die mir nicht mehr gefallen. Die andere Erkenntnis ist, dass man an solchen Orten nur noch verarscht wird und in der Figur des Touristen als Melkkuh wahrgenommen wird. Ich bin mir persönlich nicht sicher, ob so ein Bild vom Touristen förderlich für Peru ist. Zwar kann ich nicht wirklich böse auf den Schlepper sein. Er tut genau das, was wahrscheinlich auch jeder von uns in seiner Situation machen würde. Doch ich habe dadurch, dass ich immerhin ein Jahr in diesem Land lebe und schon viele andere Seiten kennenlernen konnte, den Anspruch, nicht als 0-8-15 Tourist aufzutreten.
Die Inseln an sich waren dann aber ein sehr tolles Erlebnis. Die Vielfallt der Vögel und vor allem die Anzahl in der sie Auftreten sind hier wirklich einzigartig. Insgesamt hat sich der Ausflug gelohnt.
Zurück nach Lima kamen wir am Samstag Nachmittag. Das einzig spannende dieses Tages war die Ankunft meines Vaters. Mein Bruder und ich holten ihn Abends am Flughafen ab, fuhren mit ihm ins Hotel und gingen eigentlich direkt schlafen.
Am nächsten Morgen kam Alois Kennerknecht in unser Hotel. Der Deutsche, der schon seit vielen Jahren in Lima wohnt, machte mit uns an diesem Tag seine Alternative Stadtrundfahrt. Ich hatte diese bereits bei meinem Einführungsseminar im August mitgemacht. Diejenigen, die diesen Blog lesen, wissen, dass ich sehr beeindruckt war. Nun wollte ich auch meine Familie durch die jungen Dörfer Limas führen. Außerdem begleitete uns auch noch mein Kumpel Alex aus Pucallpa, der zufällig zur gleichen Zeit in Lima war. Wir machten im Prinzip die gleiche Tour, die ich auch schon im August gemacht hatte. Wer genaueres über die Tour wissen möchte, kann ganz zum Anfang des Blogs blättern. Für uns alle war die Tour auf jeden Fall eine gelungene Aktion. Ich konnte einmal mehr diese andere Seite von Lima auf mich einwirken lassen und meine Familie konnte ihr einseitiges Bild Limas, nämlich das, welches der Stadtteil Miraflores vermittelt, ein wenig vervollständigen.
Teil 3 : Bolivien
So ging die Zeit in Lima recht schnell vorbei. Am Montag Morgen ging es sehr früh mit dem Flugzeug nach Juliaca. Die auf 3800 Metern liegende Stadt zählt etwa 220.000 Einwohner. Für uns war sie aber nur Durchgangsstation, denn wir wollten am gleichen Tag noch die bolivianische Grenze und den Wallfahrtsort am Titicacasee "Copacabana" erreichen. Dort angekommen suchten wir uns ein Hotel und mussten uns erst einmal von der langen Reise erholen. Die Höhe darf man einfach nicht unterschätzen. Mein Bruder spuckte zwar große Töne, "ich merk die Höhe gar nicht, was los?", doch später sollten wir etwas Besserem belehrt werden.
Die Stadt Copacabana liegt an einer malerischen Bucht des Titicacasees. Für die meisten Touristen ist sie Ausgangspunkt für die Sonneninsel, doch wir hatten leider keine Zeit sie zu besuchen. Ihren Namen hat die Stadt übrigens nicht von dem berühmten Strand in Rio de Janeiro, sondern es ist genau anders herum. Der religiös bedeutende Ort am See hatte vor vielen Jahren einmal in Rio de Janeiro eine kleine Kirche gebaut, woraufhin der Strand nach der bolivianischen Stadt benannt wurde.
Die Nacht in Copacabana war dann leider nicht mehr so schön wie der vorhergegangene Nachmittag. Meine Eltern mussten sich beide übergeben, konnten sich vor Kopfschmerzen kaum bewegen, mein Bruder wurde plötzlich auch ganz still in seiner Ecke und auch ich hatte eine sehr unruhige Nacht mit wenig Schlaf. Wir entschieden uns also den darauffolgenden Tag direkt nach La Paz zu fahren. La Paz liegt zwar nicht bedeutend tiefer als Copacabana, doch bietet eine Großstadt doch einige Annehmlichkeiten, die einen das Genesen deutlich leichter fallen lassen. Wir mieteten uns in einem recht schönen und angenehmen Hotel ein und genossen den ersten Nachmittag in der Stadt. Am nächsten Tag ging es allen schon viel besser und wir konnten die Stadt zu Fuss erkunden.
La Paz hat den Regierungssitz und ist bekannteste Stadt Boliviens (Hauptstadt ist Sucre!). Sie liegt spektakulär in einem riesigen, steil abfallenden Talkessel. An den tiefsten Stellen der Stadt befinden sich die Wohnviertel der Wohlhabenden und das Geschäftszentrum, während sich an den Hängen die Häuser der (ärmeren) Bevölkerung hinaufziehen. Ich hatte diese Stadt ja schon 2009 mit meinem Kumpel Christian besucht, war damals schon total beeindruckt und konnte meine Begeisterung nur bestärken. Hier existiert einfach eine ganz besondere und einzigartige Vermischung aus andiner und indigener Kultur mit modernem westlichen Leben.
Für den nächsten Tag hatten mein Vater, mein Bruder und ich uns für eine Mountainbike Tour auf dem Camino de la Muerte, der Straße des Todes, eingeschrieben. Noch im Dunkeln verließen wir unser Hotel, trafen unsere Gruppe und fuhren mit dem Minivan der Agentur auf den 4650 Meter hohen und schneebdeckten La Cumbre Pass, von wo der spektakuläre Downhill losging. Es ging zunächst mehrere Kilometer stets bergab über eine asphaltierte Straße. Wir starteten in eisiger Kälte, fuhren durch unangenehme Regenschauer und kamen doch gut gelaunt an dem Abzweig zur eigentlichen Todesstraße an. Ab hier ist die Straße nur noch einspurig und nicht asphaltiert. Glücklicherweise gibt es auf der Straße keinen Autoverkehr mehr, was ihr wenigstens ein wenig ihrer Gefahr nimmt. Trotzdem muss man ununterbrochen hochkonzentriert sein. Angesichts der 500 Meter tiefen Abgründe an der linken Seite viel einem dieses jedoch nicht besonders schwer. Die Strecke führte durch Wasserfälle und an wunderschönen Landschaften vorbei hinunter bis in den tropischen Regenwald. Wir hatten an dem Tag über 3000 Höhenmeter zurückgelegt und einen Temperaturunterschied von mindestens 30 Grad druchlaufen. Nicht eingeplant und auch nicht ungefährlich waren zwei Bergrutsche, die unsere Fahrt unterbrachen. Wir mussten unsere Fahrräder am Abrgrund entlang über rutschiges Gestein tragen, stets mit einem Blick nach Oben, weil der Berg noch "rutschte". Es waren alle froh, als wir diese Hindernisse unbeschadet überwunden hatten.
Die Befahrung der Todesstraße mit dem Mountainbike ist ein absolut lohnenswertes Abenteuer. Die spektakulären Landschaften und der Adrenalin-kik sind wirklich einzigartig. Für mich war es bereits das zweite Mal, dass ich diese Straße befahren habe. Die Bilder und Gefühle werde ich sicherlich nicht so schnell vergessen.
Teil 4 : Arequipa
Arequipa, die weiße Stadt, liegt im Süden Perus auf etwa 2300 Höhe. Sie hat etwa 1 Millionen Einwohner und ist somit die zweitgrößte Stadt des Landes. Wir kamen in einem netten Hotel unter und erkundeten nach einer erholsamen ersten Nacht (von La Paz aus waren wir etwa 12 Stunden im Bus unterwegs) das historische Zentrum der Stadt. Arequipa gilt als eine der schönsten Städte Perus und zumindest das historische Zentrum betreffrend kann auch ich dies bestätigen. Doch zieht diese Schönheit ähnlich wie Cusco auch Touristen aus aller Welt an. Die Stadt hat dementsprechend viel von ihrer Ursprünglichkeit verloren. Um den Hauptplatz herum tummeln sich Touranbieter neben teuren Schnick-Schnack-Läden. Das Zentrum Arequipas steht für mich ähnlich wenig repräsentativ für Peru wie Limas Stadtteil Miraflores. Trotzdem verbrachten wir einige schöne Tage in der Stadt. Mein Bruder und ich trafen uns einige Male mit meinen Freiwilligen Kollegen und machten am Samstag das Nachtleben Arequipas unsicher.
Höhepunkt für viele Arequipa Bereisende und auch für meinen Vater und mich war der Colca Canyon. Obwohl davon abgeraten wird, buchten wir nur eine Eintagestour. Wir wollten so unnötige Stopps an "Touristenfallen" vermeiden, denn wir erwarteten auf Grund der gewonnen Eindrücke in der Stadt eine sehr touristische Tour. Dies bestätigte sich dann auch. 20 Sol fürs Mittagessen, Touristen Ticket und so weiter trübten ein wenig den Ausflug. Getrübt wurde er auch durch schlechtes Wetter. Eigentlich gilt der Colca Canyon als einer der besten Orte Perus um den Condor zu beobachten. Als wir am Cruz del Condor, dem Condor-Kreuz, ankamen, sahen wir durch den dichten Nebel kaum unsere Hände vor den eigenen Augen. Der Condor kann bei so einem Wetter nicht fliegen, da er durch Sonnenenergie erzeugten Auftrieb für seinen Flug benötigt. Zwar konnten wir aus dem Bus die tolle Landschaft des zweittiefsten Canyons der Welt beobachten, doch waren wir schon etwas traurig, dass ausgerechnet wir so einen bedeckten Tag erwischt hatten. Auf dem Rückweg konnten wir dann wenigsten aus der Ferne noch 2 Exemplare des größten Vogels der Welt erblicken. Wenigstens etwas.
Teil 5 : Lima und Oxapampa
Zurück nach Lima ging es mit dem Flugzeug. Wir hatten noch eine Nacht und den darauffolgenden Mittwoch, bevor meine Familie Abends die Heimreise antrat. Wir genossen noch einmal einen Tag in Lima, aßen auf dem Zentralmarkt, fuhren auf den Cerro San Cristobal hinauf und ließen bei einem Saft in Miraflores den Urlaub ausklingen.
Insgesamt habe ich die Zeit mit meiner Familie genossen. Es war zwar schon etwas komisch, dass für eine begrenzte Zeit meine beiden Leben irgendwie vereint wurden. Das verlief natürlich cniht immer spannungsfrei doch insgesamt hatten wir echt eine positive Stimmung.
Für meine Familie ging es also mit einem Zwischenstopp in New York wieder zurück nach Deutschland. Für mich war der Urlaub noch nicht ganz zu Ende. Ich hatte noch etwa eineinhalb Wochen Zeit. Erstmal blieb ich ein paar Tage in Lima. Ich traf andere Freiwillige und genoss für ein paar Tage das Nichts-Tun. Am Samstag dann kam Marie, eine Freiwillige aus Oxapampa, nach Lima. Wir verbrachten ein paar Tage, gingen viel Surfen und hatten eine nette Zeit. Ich war auch mal wieder seit langer Zeit im Kino. Am Montag ging es dann mit dem Bus zu Marie nach Oxapampa.
Oxapampa liegt auf etwa 1800 Metern Höhe in der Selva Central. Ich verbrachte ein paar wirklich nette Tage mit Marie und ihrem Mitfreiwilligen Janek. Wir machten leckeres Essen, waren viel draußen, fuhren Fahrrad und ich lernte mal wieder ein paar neue Freiwillige von anderen Organisationen kennen. Die Zeit verging schnell, doch ich kam richtig erholt wieder zurück nach Lima und anschließend nach Pucallpa.
Ich war so insgesamt fast 4 Wochen unterwegs. Es war mal wieder ein toller Urlaub mit unterschiedlichsten Eindrücken. Ich konnte jetzt auch endlich wieder mit meiner neuen gebrauchten Spiegelreflex Fotos machen.
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