Ist das das Paradies oder doch nur Peru?

Hallo liebe Leser. Vielen Dank für euer Interesse an, und eure Kommentare zu meinem Blog! Ich grüße euch aus Pucallpa!

Dienstag, 23. November 2010

Alltag in Pucallpa

Ja, so schlimm es auch klingt, es gibt ihn auch hier in Pucallpa, einen Alltag. Ich bin nach meiner wirklich super spannenden Reise sofort wieder in ihn reingefallen. Der Alltag in Pucallpa ist bisweilen sehr frustrieren und langweilig, nämlich immer dann, wenn ich im Büro von AIDER sitze. Ja. Dem zu entnehmen ist, dass ich hier immer noch keine Aufgabe habe und mitlerweile auch nicht mehr daran glaube, dass ich hier meine Rolle im Büro finden werde. Es sind zwar alle sehr nett zu mir, doch Arbeit hat anscheinend keiner für mich.

Ein Lichblick dagegen sind meine Aktivitäten außerhalb des Büros. Ich war in den letzten zwei Wochen einige Male bei einem Imkerei Projekt von AIDER, etwa 34 Kilometer außerhalb von Pucallpa. Dort konnte ich bei den täglichen Arbeiten mitmachen und war einmal sogar im Wald bei einigen Bienenstöcken, um dieses für einen Transport vorzubereiten. Es hat mir dort bisher immer gut gefallen und ich denke, dass ich auch in Zukunft öfter dort vorbei schauen werde.

Ein anderer Lichtblick könnte der Probelauf mit Datenerfassungen des hier schon oft beschriebenen Holzkohleofens im Centro de Acopio sein. Wenn wirklich alles nach Plan läuft, dann soll es am Donnerstag losgehen. Ich bin sehr gespannt, ob daraus etwas wird.

Insgesamt hat mich meine momentane Situation in letzter Zeit sehr viel über den (Un)sinn des welwärts Programmes nachdenken lassen. Ich sehe momentan sehr viele Kritikpunkte, vor allem auch deshalb, weil ich von etlichen Freiwilligen von ähnlichen Problemen berichtet bekommen habe, doch ich werde mir langsam auch darüber bewusst, dass ich trotz guter Vorbereitung mit einer falschen Vorstellung und falschen Erwartungen an mein weltwärts Jahr heran gegangen bin. Ich verstehe die Bereitschaft von AIDER weltwärts Freiwillige aufzunehmen zunehmend als einen Gefallen für den DED und vor allem für mich, den Freiwilligen. Es wäre falsch zu glauben, dass ich AIDER einen Gefallen tue. So lässt sich auch erklären, dass ich hier nicht mit Aufgaben über Aufgaben empfangen wurde, sondern dass es in erster Linie an mir liegt, mir meine Aufgaben zu suchen. Diese hatte ich zunächst mit dem Müllprojekt gefunden, was ich dann aber aus verschiedenen Gründen abgebrochen habe. Ich denke nun, dass ich mir selber eine neue Aufgabe suchen muss, um mein weltwärts Jahr letztendlich für mich und für AIDER zu einem Erfolg zu machen. Diese Aufgabe oder Aufgaben habe ich bis jetzt nur leider noch nicht gefunden und ich hoffe sehr stark, dass mir dies bald gelingt.

Abgesehen von dem eben Beschriebenen geht es mir hier weiterhin aber gut. Meine WG ist einfach Spitze und langsam aber sicher finde ich auch peruanische Kontakte.

1 Kommentar:

  1. Kopf hoch! Das DESCO-Team hat mir gesagt, dass sie froh sind dass ich einfach da bin und so gut wie moeglich helfen moechte. Die letzten Freiwilligen haben "ihre" Aufgabe gesucht, "ihre" Projekte gemacht und auch durchgezogen und waren somit nicht mehr im Team drin, denn sie standen auf eigenen Beinen. Also egal was du machst, es gibt kein Richtig oder Falsch.
    Cuidate mucho :)

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