Ist das das Paradies oder doch nur Peru?

Hallo liebe Leser. Vielen Dank für euer Interesse an, und eure Kommentare zu meinem Blog! Ich grüße euch aus Pucallpa!

Donnerstag, 4. November 2010

Es geht auf Reisen!

Nach Gesprächen mit Manuel und meiner Koordinatorin vom DED hat sich meine Stimmung wieder etwas aufgebessert. Ich muss mich zwar damit abfinden, dass ich hier bei AIDER als Freiwilliger beziehungsweise Praktikant in der Hierarchie am untersten Ende stehe, doch es gibt wohl doch einige Möglichkeiten für mich aktiv zu werden, die ich in der letzten Zeit dadurch, dass ich mich in meine Unterbeschäftigung selbst hinein gesteigert habe, nicht wahrgenommen habe. Ich kann zum Beispiel in einem Bienen- und Honigprojekt mitarbeiten und auf der Wiederaufforstungsfläche gibt es wohl auch einige Arbeiten, an denen ich teilnehmen kann. Außerdem soll bald der Holzkohleofen im Centro de Acopio zum ersten Mal gestartet werden, womit auch einiges an Datenerfassung verbunden sein wird. Hier kann ich laut Manuel auch mithelfen. Ich hoffe also, dass die nächste Zeit hier für mich ein bisschen abwechslungsreicher wird. Um die schlechte Stimmung der letzten Tage jedoch ganz hinter mir zu lassen, habe ich mich nun erst einmal entschieden, auf Reisen zu gehen. Ich wollte schon immer einmal ganz alleine unterwegs sein, ohne mit anderen abstimmen zu müssen, wann man aufsteht, was man als nächstes tut oder was man wo isst. Mein Chef hat mir ohne Probleme die nächste Woche freigegeben, sodass ich nun mit den nächten beiden Wochenenden 9 Tage Zeit habe, aus Pucallpa einmal raus zu kommen.

Meine geplante Route wird mich zunächst nach Huánuco führen. Dort werde ich wohl nur eine Nacht bleiben, um möglichst schnell in größere Höhen und kühleres Klima zu kommen. Ich möchte den Bergbaustädten Cerro de Pasco und La Oroya einen Besuch abstatten. Beide werden in meinem Reiseführer als hässlich und zu hoch und somit als nicht sehenswert abgestempelt. Doch ich, der sich leicht von Superlativen locken lässt, denke, dass diese Städte genau das richtige für mich sind. Cerro de Pasco liegt auf 4300 Metern Höhe und gilt somit als eine der höchsten Städte der Welt und la Oroya taucht bei mehreren Quellen unter den 10 verschmutztesten Orten der Welt auf. Ich erwarte keine schönen Kolonialbauten und Plätze wie in Cusco oder Arequipa. Doch ich denke, dass ich aus solchen Städten viel mehr mitnehmen kann als der typische Peru Tourist es aus Cusco, Puno und Arequipa tut. Schließlich spiegeln Cerro de Pasco und La Oroya den Alltag vieler Peruaner wieder, der aber in der Öffentlichkeit wenig Beachtung findet. Ich werde dort viele Fotos schießen und hoffe, dass ich mit der Bevölkerung ein wenig ins Gespräch komme.

In der Nähe von La Oroya befindet sich der Anticona Pass, der mit 4818 Metern Höhe ebenfalls eine Superlativ - eine der höchsten asphaltierten Straßen der Welt - darstellt. Von dort aus soll man einige leichte 5000er besteigen können. Als Vorbereitung für meine geplante 6000er Besteigung zusammen mit Konsti, einem anderen DED Freiwilligen, werde ich diesem Ort auch einen Besuch abstatten.

Die nächste Station könnte, soweit es die Zeit hergibt, Huncayo sein. Die 300.000 Einwohner zählende Andenstadt soll kulturell wohl ganz interessant sein. Mitlerweile muss sogar ich, der sonst überhaupt kein Kulturfan ist, zugeben, dass mir hier in Pucallpa ein bisschen von dieser fehlt.

Zurück nach Pucallpa möchte ich über die Carretera Merginal de la Selva fahren. Diese Nebenstrecke soll landschaftlich sehr beeindruckend sein. Ich müsste die Strecke aber in mehreren Etappen zurücklegen, weil es keinen durchgehenden Busverkehr gibt. Auf dem Weg könnte ich aber einen anderen DED Freiwilligen besuchen und eventuell einen Abstecher in die "deutsche Kolonie Perus", Oxapampa, machen. Wenn alles glatt läuft werde ich so am Sonntag, den 14.11. wieder in Pucallpa ankommen. Mein Chef hat mir jedoch gesagt, dass es kein Problem sei, wenn ich auch ein paar Tage später wieder komme, vorausgesetzt, dass ich mich im Büro telefonisch melde. Ich werde auf meiner Reise versuchen, so oft wie möglich ein Lebenszeichen von mir zu geben, denn ich weiß, Mama, dass es etwas anderes ist alleine in Peru zu reisen, als wenn man innerhalb von Deutschland mit der Deutschen Bahn, die allerdings auch immer für unvorhersehbare Überraschungen gut ist, von A nach B fährt. Nach meiner Reise wird euch wieder ein langer und ausführlicher Blogeintrag erwarten!

3 Kommentare:

  1. Lieber Alessandro,
    ich wünsche Dir eine gute ineressante Reise und komm' gesund und munter wieder zurück. Ich werde jetzt auf google map die Reise verfolgen.
    Alles alles Gute von R.

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  2. Hi Alessandro, deine Berichte sind total aufregend, cool und bewegend.
    Allerdings frage ich mich immer noch wie man in einer Hängematte während des Schlafens schaukeln kann, um das Ungeziefer fernzuhalten. Tante Pe

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  3. .... und natürlich ganz liebe Grüße von Tante Pe!! Bin gespannt auf deine Rückkehr nach Pucallpa bzw. wie es dir alleine ergangen ist.

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