Endlich habe ich es geschafft, Tingo Maria zu besuchen. Nachdem die Cocaleros meinen Plan schon einige Male zunichte gemacht hatten, ging es am Freitag, den 08.10.2010 zusammen mit den anderen 4 DED Weltwärtslern auf die 8 stündige Busreise. Die Fahrt war zunächst nicht sonderlich spektakulär, da bis Aguaytia, 180 Kilometer von Pucallpa, weitgehend Sekundärwälder und Weideflächen das Landschaftsbild prägten. Nach Aguaytia jedoch tauchte am Horizont die Silouette der Cordillera Azul, der blauen Gebirgskette, auf. Für mich war es ein sehr schönes Gefühl, nach einem Jahr endlich wieder die Ausläufer der Anden, diesem beeindruckenden Gebirge, zu sehen. Durch eine spektakuläre Schlucht, dem Boqueron del Padre de Abad, führte uns die Straße immer weiter nach Oben. Die fast senkrechten und schätzungsweise 500 Meter hohen Bergwände neben der Straße waren von tropischer Vegetation überwuchert und immer wieder stürtzten Wasserfälle direkt neben der Straße in die Tiefe und fanden ihren Weg in den reißenden Fluss. Der Boqueron del Padre de Abad ist eine wirklich beeindruckende Landschaft, der ich wohl bald an einem Wochenende einen ausführlicheren Besuch abstatten werde.
Die Straße führte weiter bis zu einem 1600 Meter hohen Pass. Von dort an ging es nur noch bergab – zum Glück waren der Bus und seine Bremsen in einem akzeptablen Zustand – bis nach Tingo Maria. Tingo Maria liegt zwischen mehreren waldbedeckten Bergen in einem kleinen Talkessel. Eine der Atraktionen dieser Stadt ist ein Berg, „La Bella Durmiente“, der an eine „schlafende Schönheit“ erinnert. Der weitgehen primäre Regenwald bietet viele Naturerlebnisse und das Kilma ist durch die höhere Lage auch angenehmer als in Pucallpa.
Am Samstag besuchten wir den „Parque Nacional de Tingo Maria“. Hier wanderten wir ein paar Stunden durch den tropischen Bergregenwald und machten an zwei Wasserfällen eine Badepause. Der Nationalpark war zwar recht klein, dadurch aber auch wenig frequentiert. Wir haben während der Wanderung nur eine andere Person auf dem Weg getroffen. Die Landschaft bediente fast alle Regenwaldklischees. Von bunten Vögeln über Blattschneiderameisen bis zu gigantischen Urwaldriesen gab es hier alles zu sehen. Abends gab es Essen auf dem Markt von Tingo und ein kaltes Bier in einer Bar.
Für mich hieß es Sonntag dann schon wieder Abschied nehmen von Tingo Maria. Montag erwartete mich meine zweite Reise in eine der Shipibo Comunidades. Dafür musste ich noch meine Sachen packen und Essen einkaufen. Nach einer 4 stündigen ziemlich rasanten Fahrt mit einem Minivan kam ich dann wieder in Pucallpa an. Tingo Maria ist eine Stadt, die es lohnt besucht zu werden. Ich nehme viele Eindrücke und Bilder des Bergregenwalds von dieser Reise mit. Doch nun hatte mich für wenigstens einen halben Tag die quirlige Urwaldstadt – Pucallpa – zurück. Langsam fühle ich mich hier echt ein wenig zu Hause!
Das möchte ich auch alles sehen bzw. erleben! Ich spüre ein wenig Abenteuerlust in mir aufkommen. Sehr schöne Fotos und interessante Beschreibungen von Dir! Die Müll- und Abfallentsorgung gilt es unbedingt in den Griff zu bekommen.
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