Als ich nach meiner Kurzreise in die Comunidad hoffnungsvoll in mein Zimmer eintrat, musste ich leider feststellen, dass sich in den Tagen meiner Abwesenheit leider kaum etwas verändert hatte. Das Badezimmer war immer noch halbfertig und immer noch stand das halbe Wohnzimmer mitten im Raum. Langsam war ich von dieser Situation echt genervt. Ich wartete mitlerweile schon knapp einen Monat auf mein Zimmer. So entschloss ich mich, obwohl ich eigentlich nur noch in einem weichen und gemütlichen Bett liegen wollte, die Baustelle selber in die Hand zu nehmen. Am gleichen Abend schafften wir, das Wohnzimmer fertig zu machen und einzurichten. Ich konnte nun endlich mein Zimmer ausräumen. Doch damit fing die eigentliche Arbeit erst an. Ich beschloss die Wände zu streichen und ich musste einen Lichtschalter und eine Steckdose umlegen. So arbeitete ich noch den ganzen Abend und den ganzen Sonntag. Als ich dann mit dem Endputz Sonntag Abend fertig war, konnte ich endlich die erste Nacht in einem richtigen Zimmer schlafen. Es war wirklich sehr angenehm, obwohl ich noch mit der alten durchgelegenen Matratze vorlieb nehmen musste.
Am nächsten Morgen dann merkte ich, dass der Fußboden im Badezimmer nass war. Innerlich befürchtete ich schon das Schlimmste, doch ich führte die Nässe erst einmal darauf zurück, dass ich wohl am Vortag beim Putzen noch etwas Wasser auf dem Boden vergessen hatte. Als ich dann Abends von der Arbeit kam, wurde die Befürchtung zur Gewissheit. Irgendwo unter dem Waschbecken war ein Wasserrohr, die hier in Pucallpa aus Plastik sind, kaputt. Ich war mit meinen Nerven erst einmal am Ende. Innerlich malte ich mir schon wieder eine eingerissene Wand und ein total verstaubtes Zimmer aus. So beschloss ich, mir den morgigen Vormittag freizunehmen. Ich wollte nicht mehr, dass Bauarbeiter ohne meine Aufsicht in meinem Zimmer arbeiteten. Es ist einfach schon zu viel auf dieser Baustelle dreckig und kaputt gegangen.
So kam am nächsten Morgen ein Arbeiter vorbei und zusammen haben wir das Problem recht schnell gefunden und behoben. Die Arbeiter hatten zwei Wasserrohre so stramm verschraubt, dass eines der beiden an der Naht einfach aufgeplatzt ist und somit Wasser verlor. In den folgenden Tagen machte ich noch mein Regal fertig und Techy besorgte mir eine wirklich sehr bequeme Matratze. Mein Zimmer ist endlich fertig und ich fühle mich jetzt in meiner neuen Unterkunft richtig angekommen.
Müll begleitet mich in Pucallpa momentan täglich. Dadurch, dass ich mich mit ihm momentan auf der Arbeit beschäftige, fällt er mir in den Straßen ganz anders auf. Es ist wirklich unglaublich wie viel Müll in Pucallpa herumliegt und wie viel wertvoller Müll einfach nicht genutzt wird. Am Dienstag fuhr ich mit Melanie zunächst zu einem großen Recyclinghof. Hier werden PET Flaschen, Altmetall, PEAD Plastik und alte Schuhe aufgekauft und anschließend nach Lima transportiert. Die Möglichkeit, Müll zu verkaufen, ist jedoch vielen Pucallpinern noch gar nicht bewusst. Die steigenden Preise für recyclebaren Abfall zeigen jedoch, dass dieser Wirtschaftszweig in Peru momentan am wachsen ist und an Bedeutung gewinnt. Für uns war der Recyclinghof ein positives Beispiel für ein nachhaltiges und umweltverträgliches Müllmanagment.
Anschließend fuhren wir zur Müllkippe von Pucallpa. Vom 22. Kilmoeter der Schnellstraße in Richtung Lima ging eine etwa 4 Kilometer lange Staubpiste ab. An der Schnellstraße selbst stand nur ein kleines Schild mit der Aufschrift: „Hier entsteht die Mülldeponie von Pucallpa“. Eine Mülldeponie bedeutet, dass der Müll kontrolliert und geordnet deponiert wird. Die Tatsache, dass ich vorher bereits im Internet die gleiche Information mit einem Datum aus dem Jahr 2005 gesehen hatte, ließ bereits erahnen, dass diese Mülldeponie alles andere als kontrolliert und geordnet sein würde. Als wir dann bei der Mülldeponie, beziehungsweise bei der Müllkippe ankamen, wurden alle Erwartungen zugrunde gemacht. Es war noch ekliger, noch schlimmer, als wir es uns vorgestellt hatten. Der Müll der Stadt Pucallpa wird hier auf einer riesigen Fläche wahllos in die Natur geworfen. Überall sind schwarze Geiher zu sehen, die den Müll nach Essbarem durchsuchen. In der Luft vermischt sich der Gestank von verfaulenden Abfällen mit dem Rauch der Feuer, die überall auflodern. Der Schaden, der hier Mensch und Natur zugefügt wird, ist enorm. Die Tatsache, dass sich seit 5 Jahren hier nichts verändert zu haben scheint zeigt für mich, dass sich keiner für das Müllproblem verantwortlich fühlt. Vielmehr wird dieses Problem meiner Meinung nach todgeschwiegen. Die Müllkippe befinden sich wie gesagt über 22 Kilometer, weit abgelegen außerhalb der Stadt...
Besuch aus Deutschland erwartet mich und uns gleich in doppelter Ausführung. Am Donnerstag Abend hole ich Jojo vom Flughafen ab. Mit ihr werde ich neun Tage hier in Pucallpa und von Montag bis Mittwoch in Calleria verbringen. Außerdem kommen am Freitag, den 29.10., unsere Koordinatorin aus Lima mit ihrer Tochter und der weltwärts-Chef des DED aus Deutschland zu uns nach Pucallpa. Warum ausgerechnet wir von 850 Freiwilligen in aller Welt die Ehre haben, vom Chef besucht zu werden, werden wir wohl hoffentlich dann erfahren. Es ist momentan also sehr viel los in Pucallpa, weshalb mein Blog manchmal auch ein bisschen zu kurz kommt. Ich hoffe allerdings, dass ich euch meine Eindrücke trotzdem ausreichend vermitteln kann.
Hi, da ich heute erst den link zu Deinem Blog bekommen habe, bin ich ganz benebelt von den tollen Geschichten, Fotos und Eindrücken und schwelge ein bisschen in den wenigen Erinnerungen, die ich an meine Reise nach Peru vor ca 30 Jahren noch habe.
AntwortenLöschenIch bin schwer beeindruckt und grüße Dich ganz lieb aus dem Grasweg. Paß auf Dich auf! Astrid
Sehr geehrter Herren und Damen,
AntwortenLöschenWir sind Gross Importuer von Alt pfandflaschen wenn Sie konnen uns verkaufen bitte kontaktieren Sie uns.
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Viel Gruss
Younas Rajpoot
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