Nach 11 Tagen in Callería musste ich mich nun erstmal wieder hier in Pucallpa einleben. Ich glaube, dass ich in meinem Leben vorher noch nie so lange komplett ohne Strom und fließend Wasser ausgekommen bin. Ich habe etwa zwei Tage gebraucht, um meine ganzen Mails zu lesen. Es ist schon erstaunlich, wie alltäglich und selbstverständlich einige Luxusgüter in unserem privilegierten Leben geworden sind. Ich bin in Callería aber sehr gut ausgekommen. Ich glaube es ist sogar mal ganz gut, dass man 11 Tage nicht seine Mails liest, Filme guckt und im Internet surft. So macht man Dinge - in meinem Fall zum Beispiel Lesen - denen man sonst nicht so häufig nachgeht. Ich habe in Callería viel nachgedacht und habe die ganze Zeit in der Natur verbracht. Für mich war das eine wirklich sehr wertvolle Erfahrung.
In Pucallpa geht das Leben seinen gewohnten Lauf. Es ist laut, heiß, staubig und quirlig. Ich bin letzten Donnerstag umgezogen. Ich wohne jetzt mit drei von den 4 neuen Freiwilligen zusammen bei Techy. Das ist das Haus, wo vorher Claudi gewohnt hat und wo jetzt auch noch Liza wohnt. Ich möchte an diesem Punkt ganz kurz die 4 neuen Freiwilligen vorstellen. Ich wohne jetzt mit Nora, Amelie und Laszlo zusammen. Laszlo arbeitet in der Handelskammer von Pucallpa und hat somit den Platz von Claudi übernommen. Nora und Amelie arbeiten zusammen in einem Projekt, das arbeitende Kinder und Jugendliche unterstützt. Die fünfte in unserem Bunde, Melanie, arbeitet mit mir zusammen bei AIDER. Sie wohnt dort, wo ich bis letzte Woche auch noch untergebracht war. Jetzt aber zu dem Umzug. Ich wollte ja schon die ganze Zeit gerne in dieses Haus ziehen. Es hieß aber immer, dass alle Zimmer belegt sind. Doch letzte Woche zeigte mir Techy ein kleines Zimmer, welches ich vorher noch nicht entdeckt hatte und das ich sofort beziehen konnte. Es ging dann letzten Donnerstag alles sehr schnell. Ich packte nach der Arbeit alle meine Sachen zusammen und fuhr mit dem Mototaxi schwerbepackt zu meinem neuen zu Hause. Innerhalb von nur zwei Stunden bin ich so umgezogen. Ich fühle mich in meinem neuen zu Hause sehr wohl. Wir können jeden Abend zusammen draußen sitzen, zusammen Essen, uns unterhalten - leider noch ein bisschen zu oft auf Deutsch - und einfach unsere Erlebnisse mit den anderen teilen. Mein Zimmer ist zwar klein aber fein. Ich habe ein Bett, einen Schrank, was äußerst angenhem ist, und ein eigenes Bad. Nun hat Techy sogar entschieden, dass sie im Haus umbauen möchte. Ich werde also innerhalb der nächsten zwei Wochen ein größeres Zimmer haben und kann mich dann auch endgültig einrichten.
Am Dienstag wurde das Centro de Acopio eingeweiht. Ich hatte in den vorherigen Tagen wirklich sehr viel dort gearbeitet. Ich habe mehrere Blumenbeete angelegt, was übrigens meine Idee war und von AIDER dann direkt mit den nötigen Finanzmitteln unterstützt wurde (darauf bin ich auch ein bisschen stolz), und habe mit anderen Leuten die Baustelle aufgeräumt. Wir haben Holzlatten, Ziegelsteine und allen Möglichen Kram, der halt auf einer Baustelle anfällt, in einer Ecke des Zentrums aufgestapelt. Dabei sind wir auch Schlangen, Ratten, Giftspinnen und unzähligen Kakerlaken begegnet. Letztendlich sah die Baustelle dann rechtzeitig zur Einweihung wirklich annehmlich aus. Es waren viele Gäste eingeladen und nach einer Zeremonie, die alle Klischees einer Einweihung, bis zu der Segnung durch einen Pastor, erfüllte, waren alle sehr angetan von dem Projekt. Es wurde ein Vertrag zwischen einem Comunero und einem Unternehmer aus Lima, der zukünftig Holz von dem Projekt beziehen möchte, unterzeichnet. Das war ein sehr bedeutender und wichtiger Schritt, denn bis jetzt hatte das qualitativ einwandfreie und zertifizierte Holz aus den Comunidades noch keinen richtigen Marktzugang. Ein Grund dafür war und ist das Fehlen von einer Infrastruktur, womit ja nun mit dem Centro de Acopio ein Anfang gemacht wurde. Ich bin von dem Projekt mitlerweile sehr überzeugt und hoffe, dass es in Zukunft die Vermarktung von dem Holz aus den Comunidades vorrantreiben wird und somit eine Art Vorbildfunktion für nachfolgende Projekte und größere Holzfirmen erfüllt.
Zu früh gefreut habe ich mich bezüglich meiner Fußballmanschaft. Es ist mitlerweile schon über 3 Wochen her, als ich mit Passfotos und Ausweis ausgestattet zum Stadion von Pucallpa ging, um mit dem Trainer der Manschaft meinen Spielerpass auszustellen und alles Weitere zu besprechen. Nach halbstündigem Warten erklärte der mir dann jedoch am Telefon, dass ich doch nicht in seiner Manschaft spielen kann, weil ich keine peruanische Staatsbürgerschaft habe. Die einzige Möglichkeit wäre, wenn ich eine Peruanerin heiraten würde. Da das nun wirklich nicht meine Vorstellung von meinem weltwärts Jahr in Peru ist, ging ich nach einigen Gesprächen mit "offiziell-aussehenden" Personen, jedoch nicht schlauer als vorher, entmutigt nach Hause. Bis jetzt hatte ich keinen Kontakt mehr mit dem Trainer der Mannschaft, obwohl er mich noch einmal anrufen wollte. Ich befürchte also, dass es hier mit einer Fußballmanschaft nicht so einfach werden wird. Doch ich muss nicht ganz ohne Sport leben. Heute und gestern habe ich mit meinen Arbeitskollegen während der Arbeitszeit auf einem überdachten Kunstrasenplatz gespielt und ich gehe auch weiterhin ins Fitnessstudio. Da Laszlo jetzt auch mit dabei ist, bringt es noch mehr Spaß. Nun kam auch ein Arbeitskollege von mir zu mir und meinte, dass er im Vorstand eines Fußballvereins in Pucallpa sitzt und mal schauen würde, was er für mich machen kann. Ich erhoffe mir davon nicht allzu viel, doch vielleicht wird ja aus der "ersten internationalen Kooperation" doch noch etwas.
In den nächsten Tagen habe ich keine spezifischen Aufgaben. Ich werde wohl Anfang Oktober, nach den Regionalwahlen, die in ganz Peru am 3.10. stattfinden, wieder in eine Comunidad fahren und dann kommt mich um den 20. herum ja auch schon Jojo besuchen. Ich werde euch auf dem Laufenden halten und in meinem nächsten Eintrage von einem Projekt berichten, das hier vielleicht meine Arbeit für die nächsten 6 Monate werden könnte. Da das aber alles noch sehr unsicher ist, werde ich jetzt erstmal nichts darüber schreiben. Lasst euch überraschen!
In Pucallpa geht das Leben seinen gewohnten Lauf. Es ist laut, heiß, staubig und quirlig. Ich bin letzten Donnerstag umgezogen. Ich wohne jetzt mit drei von den 4 neuen Freiwilligen zusammen bei Techy. Das ist das Haus, wo vorher Claudi gewohnt hat und wo jetzt auch noch Liza wohnt. Ich möchte an diesem Punkt ganz kurz die 4 neuen Freiwilligen vorstellen. Ich wohne jetzt mit Nora, Amelie und Laszlo zusammen. Laszlo arbeitet in der Handelskammer von Pucallpa und hat somit den Platz von Claudi übernommen. Nora und Amelie arbeiten zusammen in einem Projekt, das arbeitende Kinder und Jugendliche unterstützt. Die fünfte in unserem Bunde, Melanie, arbeitet mit mir zusammen bei AIDER. Sie wohnt dort, wo ich bis letzte Woche auch noch untergebracht war. Jetzt aber zu dem Umzug. Ich wollte ja schon die ganze Zeit gerne in dieses Haus ziehen. Es hieß aber immer, dass alle Zimmer belegt sind. Doch letzte Woche zeigte mir Techy ein kleines Zimmer, welches ich vorher noch nicht entdeckt hatte und das ich sofort beziehen konnte. Es ging dann letzten Donnerstag alles sehr schnell. Ich packte nach der Arbeit alle meine Sachen zusammen und fuhr mit dem Mototaxi schwerbepackt zu meinem neuen zu Hause. Innerhalb von nur zwei Stunden bin ich so umgezogen. Ich fühle mich in meinem neuen zu Hause sehr wohl. Wir können jeden Abend zusammen draußen sitzen, zusammen Essen, uns unterhalten - leider noch ein bisschen zu oft auf Deutsch - und einfach unsere Erlebnisse mit den anderen teilen. Mein Zimmer ist zwar klein aber fein. Ich habe ein Bett, einen Schrank, was äußerst angenhem ist, und ein eigenes Bad. Nun hat Techy sogar entschieden, dass sie im Haus umbauen möchte. Ich werde also innerhalb der nächsten zwei Wochen ein größeres Zimmer haben und kann mich dann auch endgültig einrichten.
Am Dienstag wurde das Centro de Acopio eingeweiht. Ich hatte in den vorherigen Tagen wirklich sehr viel dort gearbeitet. Ich habe mehrere Blumenbeete angelegt, was übrigens meine Idee war und von AIDER dann direkt mit den nötigen Finanzmitteln unterstützt wurde (darauf bin ich auch ein bisschen stolz), und habe mit anderen Leuten die Baustelle aufgeräumt. Wir haben Holzlatten, Ziegelsteine und allen Möglichen Kram, der halt auf einer Baustelle anfällt, in einer Ecke des Zentrums aufgestapelt. Dabei sind wir auch Schlangen, Ratten, Giftspinnen und unzähligen Kakerlaken begegnet. Letztendlich sah die Baustelle dann rechtzeitig zur Einweihung wirklich annehmlich aus. Es waren viele Gäste eingeladen und nach einer Zeremonie, die alle Klischees einer Einweihung, bis zu der Segnung durch einen Pastor, erfüllte, waren alle sehr angetan von dem Projekt. Es wurde ein Vertrag zwischen einem Comunero und einem Unternehmer aus Lima, der zukünftig Holz von dem Projekt beziehen möchte, unterzeichnet. Das war ein sehr bedeutender und wichtiger Schritt, denn bis jetzt hatte das qualitativ einwandfreie und zertifizierte Holz aus den Comunidades noch keinen richtigen Marktzugang. Ein Grund dafür war und ist das Fehlen von einer Infrastruktur, womit ja nun mit dem Centro de Acopio ein Anfang gemacht wurde. Ich bin von dem Projekt mitlerweile sehr überzeugt und hoffe, dass es in Zukunft die Vermarktung von dem Holz aus den Comunidades vorrantreiben wird und somit eine Art Vorbildfunktion für nachfolgende Projekte und größere Holzfirmen erfüllt.
Zu früh gefreut habe ich mich bezüglich meiner Fußballmanschaft. Es ist mitlerweile schon über 3 Wochen her, als ich mit Passfotos und Ausweis ausgestattet zum Stadion von Pucallpa ging, um mit dem Trainer der Manschaft meinen Spielerpass auszustellen und alles Weitere zu besprechen. Nach halbstündigem Warten erklärte der mir dann jedoch am Telefon, dass ich doch nicht in seiner Manschaft spielen kann, weil ich keine peruanische Staatsbürgerschaft habe. Die einzige Möglichkeit wäre, wenn ich eine Peruanerin heiraten würde. Da das nun wirklich nicht meine Vorstellung von meinem weltwärts Jahr in Peru ist, ging ich nach einigen Gesprächen mit "offiziell-aussehenden" Personen, jedoch nicht schlauer als vorher, entmutigt nach Hause. Bis jetzt hatte ich keinen Kontakt mehr mit dem Trainer der Mannschaft, obwohl er mich noch einmal anrufen wollte. Ich befürchte also, dass es hier mit einer Fußballmanschaft nicht so einfach werden wird. Doch ich muss nicht ganz ohne Sport leben. Heute und gestern habe ich mit meinen Arbeitskollegen während der Arbeitszeit auf einem überdachten Kunstrasenplatz gespielt und ich gehe auch weiterhin ins Fitnessstudio. Da Laszlo jetzt auch mit dabei ist, bringt es noch mehr Spaß. Nun kam auch ein Arbeitskollege von mir zu mir und meinte, dass er im Vorstand eines Fußballvereins in Pucallpa sitzt und mal schauen würde, was er für mich machen kann. Ich erhoffe mir davon nicht allzu viel, doch vielleicht wird ja aus der "ersten internationalen Kooperation" doch noch etwas.
In den nächsten Tagen habe ich keine spezifischen Aufgaben. Ich werde wohl Anfang Oktober, nach den Regionalwahlen, die in ganz Peru am 3.10. stattfinden, wieder in eine Comunidad fahren und dann kommt mich um den 20. herum ja auch schon Jojo besuchen. Ich werde euch auf dem Laufenden halten und in meinem nächsten Eintrage von einem Projekt berichten, das hier vielleicht meine Arbeit für die nächsten 6 Monate werden könnte. Da das aber alles noch sehr unsicher ist, werde ich jetzt erstmal nichts darüber schreiben. Lasst euch überraschen!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen